
Das Leitthema lautete: „Auf der Suche nach dem wahren Glück – vom falschen Selbst zum wahren Glück“.
Hier hat sich gezeigt, dass externe Impulse sehr wertvoll sein können für die geistliche Entwicklung der einzelnen Teilnehmer im Rahmen von „Leben mit Vision“. Pater Sievers von den Weißen Vätern, der lange Zeit als Afrikamissionar gewirkt hat, hat dieses tiefgehende Wochenende geleitet. Es herrschte eine aufgeschlossene und herzliche Atmosphäre, in der sich jeder angenommen fühlte.
Alle Menschen sind auf der Suche nach dem Glück. Jeder möchte ein möglichst großes Stück davon haben.
In seinen Ausführungen hat er damit begonnen, dass bereits im AT und NT sehr viele Stellen zu finden sind, in denen das Wort Glück zum Ausdruck kommt. Gott wünscht sehr, dass wir alle, ohne Ausnahme ein glückliches Leben führen. Aus der Weisheit der Märchen hat er uns die Geschichte vom Hans im Glück vor Augen gestellt, der sich nach 7 Jahren Arbeit mit einem Klumpen Gold als Lohn für seine Arbeit auf den Heimweg macht. Unterwegs hat er diesen Klumpen immer wieder durch etwas weniger Wertvolles eingetauscht. Mit leichtem Herzen frei von aller Last ist er schließlich mit leeren Taschen zu Hause bei seiner Mutter angekommen und hat ausgerufen: „So glücklich wie mich gibt es keinen Menschen unter der Sonne!“.
Jeder Mensch trägt in seinem Herzen eine Sehnsucht nach Erfüllung, nach Glück. Die Wege dazu sind aber recht verschieden. Der eine versucht es in der Glamourwelt, der andere in einem dicken Bankkonto oder einem starken „PS-Schlitten“. Wieder ein anderer beim Shopping in den Kaufhäusern oder in der Machtausübung über andere, u. s. w. Alle diese Glückserfahrungen währen jedoch nur kurz und sind letztlich ein Scheinglück.
Den Schlüssel zum wahren Glück finden wir nicht in äußeren Dingen und wenn wir uns noch so sehr anstrengen. Der Schlüssel des echten Glücks können wir nur in unserem Inneren, im Herzen finden in Gott unserem Schöpfer. Augustinus drückte das in dem treffenden Satz so aus: „Unruhig ist unser Herz, bis es ruht in Dir!“ Das wahre Glück kommt allein von Gott.
Als Missionar hat Pater Sievers in Afrika glückliche, zufriedene und frohe Menschen erlebt, trotz bitterer Armut.
Bei uns ist das Herz oft ausgerichtet nach immer mehr, immer größer und immer mehr Wohlstand.
Schon im Mutterleib spürt das Ungeborene die Zuneigung oder Ablehnung seiner Mutter, was das Kind in seinem ganzen Lebenslauf fördern oder auch stark behindern kann.
Pater Sievers hat uns das Glücklichsein und die Freude am Leben plastisch aufgezeigt. Jeder soll sich der Hektik des Alltags für eine gewisse Zeit bewusst entziehen, so wie es Christus uns vorgelebt hat. Er hat sich immer wieder in die Einamkeit zum Gespräch mit seinem Vater zurückgezogen, um seinem Auftrag gerecht werden zu können. Das ist die einzige Medizin, um nicht von den Alltagsproblemen überrollt zu werden. In einer längeren Zeit der Stille konnte sich jeder Teilnehmer zurückziehen in die Ritterstiftskirche, die Kapelle oder in den Klostergarten, um Reflektion über sein Leben zu halten und sich neu auszurichten. Pater Sievers hat auch auf die Seligpreisungen in der Bergpredigt verwiesen. Sie sind eine Zielanleitung zu einem glücklichen Leben. Manchmal verläuft unser Leben aber auch auf einem Kreuzweg.
Auch dieser Weg gehört zum Glück unseres tieferen Menschseins.
In Kleingruppen konnten wir uns eingehend austauschen, was uns in unserem Leben glücklich oder auch unglücklich gemacht hat.
Die Gespräche waren sehr offen.
In einem besonderen Segensgottesdienst durfte jeder einzelne Teilnehmer sich von Pater Sievers den Segen von oben für sein Leben und für einen Neubeginn schenken lassen.
Zum Ausklang der besinnlichen Vorträge gehörte am Abend auch immer ein zwangloses Beisammensein bei einem Glas Wein oder Wasser mit Knabbergebäck, bei dem viel erzählt und viel gelacht wurde.Nach der abschließenden und ermutigenden Eucharisiefeier
ging es nach dieser Tabor Erfahrung wieder zurück in die Niederungen unseres Alltags.Unser aller Dank gilt zum Schluss dem Arnd und besonders unserer Ute Schillinger, sowie allen, die im Hintergrund, die Last der Organisation und Durchführung getragen haben. Last not least auch ein dickes Danke an Pater Ernst Sievers für all seine Mühen mit uns.
Im kommenden Jahr ist erneut ein ähnliches Treffen ins Auge gefasst mit unserem Pfarrer Thomas Fritz. Wir freuen uns schon darauf!
Helmut Schneider

































