Impulsabend mit Pater HP Becker zum Thema „Segnen und Beten“ - „Leben mit Vision“ - Mensch, werde wesentlich !

Mit diesem Zitat von Angelus Silesius machte Pater Hans-Peter Becker deutlich, dass es ihm um die tatsächlich erlebbare Substanz des Glaubens im Lebensalltag geht. Für den Pallottinerpater war der Impulsabend zum Thema „Segnen und Beten“ natürlich ein Heimspiel. 
Unvergessen seine weit über das Paulusheim hinaus-strahlende seelsorgerliche Tätigkeit in der Region. So war es auch HP Becker, der 2003 mit den Untergrombacher Katholiken, die heute für „Leben mit Vision“ verantwortlich zeichnen, die Tradition der Openair-Gottesdienste auf dem Michaelsberg ins Leben rief. Der Pater ermutigte die engagierten Christen vor Ort den eingeschlagenen Weg mit Leben mit Vision weiterzugehen. Gehe es doch in der Kirche nicht darum, ein Museum zu führen, sondern einen lebensspendenden Garten für die Menschen zu gestalten. Mit diesem Zitat des Konzilspapstes Johannes XXIII. ermunterte der Pallottiner die erstaunlich zahlreichen Anwesenden den christlichen Glauben in die heutige Zeit zu übersetzen. Dabei handle es sich nicht um eine Veränderung der Glaubensinhalte, sondern darum, den Glauben für die Menschen verständlich und lebbar, ja sogar fühlbar, weiterzugegeben. 

Gerade das Fühlbare der Gottesbeziehung wurde in der Lobpreiszeit, die sehr eindrücklich von Ira und Udo Zimmermann gestaltet und musikalisch begleitet wurde, spürbar. Glauben hat eben nicht nur mit dem Kopf, sondern auch viel mit dem Herz zu tun.
Das wurde auch deutlich in der meditativen Bildbetrachtung, bei der besonders auffällig war, dass Petrus in der Situation der Erfüllung mit dem Heiligen Geist im Obergemach in Jerusalem die Schlüssel aus der Hand legte. Dieses Detail war Becker insofern wichtig, weil es deutlich macht, dass der Geist in der persönlichen Beziehung zu Gott lebendig macht und für Petrus in diesem Moment wichtiger war, als die Schlüsselgewalt, die ihm Jesus verliehen hatte. Sicher auch ein Fingerzeig für die heutige Kirche. Es ist der Geist der lebendig macht, nicht die strikte Einhaltung von Normen.

Im Segnungsteil des ungewöhnlichen Gottesdienstes ermutigte der Ordenspriester, die Anwesenden selbst segnend zu leben. Er unterstrich diese Aufforderung durch einen Verweis auf den Propheten Samuel. Der Ausspruch des alttestamentarischen Propheten bei seiner Berufung: “Rede, HERR, dein Diener hört!” dürfe auch über unserem Leben stehen, um mutig und befreit seine eigenen Gaben zu entdecken und einzusetzen.