Fastnacht

 

Schwellenfest vor dem Aschermittwoch

Die Fastnacht ist keine liturgische Zeit, rechnet nicht eigentlich zum kirchlichen Festjahr. Fastnacht ist aber ein Schwellenfest vor dem Aschermittwoch und ohne die nachfolgende Fastenzeit nicht denkbar. 

Als "fünfte Jahreszeit" - nämlich neben dem Oster- und Weihnachtsfestkreis und den beiden Zeiten im Jahreskreis gehört die Fastnacht in allen katholischen Ländern zum festen Bestandteil des - nichtliturgischen - Festjahres. Schon um 1200 ist mhd. vastnacht (= Vorabend des Fasttages Aschermittwoch) belegt. Für später ist das leichter auszusprechende "vas[e]nacht" belegt, dass das mittelrheinische und oberdeutsche "Fas[e]nacht" ausbildete. Es wird nicht ausgeschlossen, dass der Begriff "Fastnacht" (auch) durch ein im frühnhd. "faseln" = gedeihen, fruchtbar sein, enthaltenen Stamm mit der Bedeutung "Fruchtbarkeit" mitgeprägt wurde, vgl. die rheinische Begriffsbildung "Fasabend, Fas(t)elabend.

 

Ehe die Fastnacht im 12. Jahrhundert durch die Kirche auf die Zeit vor dem Fasten eingegrenzt wurde, wurde in ganz Deutschland die Fastnacht als Vorfrühlings- und Fruchtbarkeitsfest gefeiert. Heute gilt der 11.11. (Elfter im Elften) als offizieller Fastnachtsbeginn. Wenn auch die Zahl 11 als Symbol- und Narrenzahl schon bekannt war, gilt der 11.11. als Narrendatum erst seit dem 19. Jahrhundert. Die Fastnacht begann früher und beginnt vielfach auch heute noch (= Fastnachtssession) am Dreikönigstag, eine Nachwirkung des alten Bohnenfestes. Die eigentliche Fastnacht dauert sechs Tage: Sie beginnt im Alemannischen am Donnerstag (gumpiger, schmotziger Donnerstag) vor Fastnachts-Sonntag oder im Rheinischen an Weiberfastnacht, dem Freitag vor Fastnachtssonntag ("kleiner Fastabend") und dauert bis zum Fastnachtsdienstag (Veilchendienstag). Der Fastnachtssonntag hieß auch "großer Fastabend". Als die "drei tollen Tage" galten Donnerstag bzw. Freitag, Sonntag und Dienstag. Als sich nach 1823 der Rosenmontag durchsetzte, lief dieser Tag dem "Veilchendienstag" den Rang ab. Als ein Gegengewicht zu den "tollen Tagen" legte die Kirche gern das Ewige Gebet in die Fastnachtszeit.

 

Nachdem die Synode von Benevent 1091 die Fastenzeit neu geordnet, sich die Fastenzeit deshalb um eine Woche nach vorn verschoben hatte, konnte sich diese Neuordnung vor allem am Oberrhein nicht gegen die ältere Tradition durchsetzen. In Basel, Baden und in Teilen des Markgräflerlandes hielt man an der "alten Fastnacht" als "Bauernfastnacht" zum alten Termin gegenüber der "Herrenfastnacht" am neuen Termin fest. Bis heute beginnt in diesen Gebieten die Fastnachtszeit erst, wenn andernorts bereits die Fastenzeit begonnen hat. Die Alte Fastnacht war oft auch eine protestantische Demonstration gegen die "katholische" Fastenzeit. Die Alte Fastnacht ist geradezu sprichwörtlich geworden: Wer zu spät kommt, kommt hinterher wie die alte Fastnacht. Wer ein schlechter Zahler ist, weil er immer auf die Zukunft vertröstet, für den fällt die Fastnacht immer spät.

 

Fastnach in unserer Kirchengemeinde

In den Ortsteilen Obergrombach und Heidelsheim spielt auch in den Pfarreien der Fasching eine wichtige Rolle. Mit bunten Abenden, Seniorenfasching, Kirchenchorfasching, Pfarrfasching und Straßenumzug in Heidelsheim, Krachumzug in Obergrombach u.v.m. wird der Fasching begangen.  

Dazu gehört in unserer Gegend auch ganz natürlich die "Faschingskirchen", Eucharistiefeiern, die von den Guggenmusiken mitgestaltet wird. Auch die Gläubigen kommen zu diesem Gottesdienst verkleidet. 

Dabei gibt es feste Spielregeln, damit eine würdige Gottesdienstfeier trotz närrischem Einschlag möglich bleibt. Die Schemen (Masken) werden während des Gottesdienstes nicht getragen. Es werden verschiedene närrische Utensilien gedeutet und so der tiefere Sinn des närrischen Treibens vor Augen geführt. 

Natürlich ist der Priester in der Messe nicht verkleidet! Wohl aber wird die Predigt in unserer Kirchengemeinde gereimt vorgetragen.

 

 

 

 

 

Gemeindefasching in Heidelsheim

Seit mehr als 30 Jahren feiert die Pfarrgemeinde St. Maria den traditionellen Gemeindefasching
 
 
 
 

Fastnachtsgottesdienst in Obergrombach

mit den Nashörnern

In guter Tradition feiern wir in der Fastnachtszeit in Obergrombach einen fröhlichen Gottesdienst, der von der Obergrombacher Guggenmusik "Die Nashörner" e. V. mitgestaltet wird.
 
 
 
 

Weihwasserengel

Guggenmusik aus Heidelsheim

Aus einer verrückten Idee des Familienkreises „Mir wolle a mol wie die Feierdeifel aus Odene spiele“, ist inzwischen eine Guggemusik geworden, die fast 50 Musikerinnen und Musiker umfasst. Geleitet wird sie von Klemens Ellmann. 
 
 
 
 

Krachumzug in Obergrombach