Österliches Orgelkonzert
Am Ostersonntag 2026 gab der Kirchenmusiker und Kirchenmusikdirektor (KMD) Karl Echle ein Orgelkonzert bei dem er, nicht zuletzt durch die Auswahl seiner Konzertstücke, die österliche Botschaft musikalisch passend zu Gehör brachte.Gleich zu Konzertbeginn schaffte Karl Echle mit dem Finale „Alleluja“aus der Sonate Nr. 3 „Pascale“ von Nicolas-Jacques Lemmens, einem bombastisches Werk, eine feierliche Stimmung, die sich durch klare Gesangsfiguren, helle D-Dur-Charakteristiken und scharfe Artikulationen auszeichnete. Die Osterchoräle BWV 627, 628 und 629 aus dem Orgelbüchlein von Johann Sebastian Bach spielte Karl Echle nüchtern, doch tief empfänglich für das österliche Thema.Die Klangwelt bleibt innerlich geradlinig, doch niemals trocken. Durch geschickte Registrierung gelingt es Echle, das österliche Fest in Form einer stillen, hoffnungsvollen Jubelkomposition zu vermitteln. Mit dem Präludium und Fuge D-Dur BWV 532 brillierte Echle. Das Stück ist technisch anspruchsvoll und zeigt Bachs Fähigkeiten im Kontrapunkt, kombiniert mit einer makellosen Orgelführung. Mit Echles ausgefeilten Spieltechnik erklang die Fuge in voller Blüte, dabei fanf der Organist eine befriedigende Balance zwischen strenger Struktur und expressivem Stil. Danach erklang von Johann Ludwig Krebs „Heut triumphieret Gottes Sohn“. Mit der Choralbearbeitung vermittelte Echle eine feierliche, geradlinige Musiksprache, die Spiritualität und Würde des Ostertexts betonte und zu Meditation einlud. Harmonik und Registerwechsel bleiben weitgehend diatonisch und elegant, mit transparenter Linienführung im Orgelfuß. Zum Schluss spielte Echle von Josef Gabriel Rheinberger die die vier Sätze der Sonate Nr. 8 e-Moll op. 132.
Dabei spielte Karl Echle die Sonate mit einer formalen Klarheit und mit dichter expressiver Wärme. Das Konzertpublikum danke dem Organisten für das österliche Orgelkonzert mit lang anhaltendem Applaus, so dass Karl Echle nicht umhin konnte eine Zugabe zu spielen.
(Thomas Neu)
Ein Wahres Meisterkonzert
Dem Heidelsheimer Orgelforum gelang es mit Christian Schmitt einen der renomiertesten Konzertorganisten Deutschlands ja Europas für ein Konzert zu gewinnen. Mit Georg Friedrich Händels Orgelkonzert g-Moll Nr. 3 op. 4 präsentierte er das Werk, mit einer eigenen Bearbeitung, im typisch überschwänglichen Barockglanz klar kontrastiert zwischen wolkigen, freudigen Passagen und feinen, lyrischen Einzelstimmen. Die melodische Linie ist markant, oft melodisch bewegend und technisch anspruchsvoll für die Orgel. Dabei nutzte Schmitt die kontrastreiche Registrierungsspielräume voll aus und glänzte mit präziser Artikulation, wobei die Klangpalette von hellen, spritzigen Passagen bis zu sanften, singenden Liniensätzen reichte. Danach brachte Christian Schmitt die „Passacaglia und Fuge“ in c-Moll BWV 582 von Johann Sebastian Bach, eine monumentale Orgelkomposition traumwandlerisch zu Gehör. Dabei glänzte er mit einer Serie an Variationssätzen, wobei die kurze immer wiederkehrende Basslinie, die sich jeweils über acht Takte erstreckt, zu hören war bis sie in eine typische Barockfuge mit einem virtuosen Abschluss mündeten. Mit Felix Mendelssohn Bartholdy`s Orgelsonate Nr. 5 D-Dur op. 65 lies Schmitt helle, lichtdurchflutete Klangfarben mit strahlendem D-Dur-Charakter erklingen.
Mendelssohn fordert dabei den Organisten technisch heraus, insbesondere im schnellen Passagenwerk, während zugleich die musikalische Linie deutlich hörbar bleibt. Dabei achtete Christian Schmitt mit seiner Registrierungskunst auf eine klare Artikulation innerhalb des Klangbildes der Lenterorgel. Die lyrischen Passagen hob er durch eine singende Linie hervor, während er die temperamentvollen Abschnitte mit kontrollierter Spannung spielte. Ein wahrer Hörgenuss. Mit Arvo Pärts „Annum per annum spielte er ein zeitgenössisches Werk, das mit ruhigen meditativen Klangwelten, klarer Tonalität und einem lyrisch spirituellen Charakter bestach. Ein Werk, das nicht so oft auf einer Orgel hören ist. Zum Konzertabschluss zeigte Christian Schmitt nochmals sein ganzes Können und seine große Spielleidenschaft beim Spielen der weltweit berühmten „Toccata und Fuge d-Moll“ BWV 565 von Johann Sebastian Bach. Dabei bestach er in der Toccata mit schnellen Passagen und dem Einsatz von kraftvollen Pedal-und Manualstimmen. Danach spielte er wie entfesselt die grandiose Fuge, die typischerweise ein zentrales, konstruiertes Fugenmotiv präsentierte und in mehreren Stimmen sich kontrapunktisch entwickelte, um mit einer prunkvollen Abschlussakkordfolge ihren krönenden Abschluss zu finden. Kaum war der letzte Akkord verklungen brandete begeister Jubel auf. Die Konzertbesucher feierten Christian Schmitt mit stehenden Ovationen und nicht enden wollendem Applaus. Christian Schmitt seinerseits verwöhnte das Konzertpublikum mit einer Zugabe.
Ich hab mein Herz in Heidelberg verloren
Mit einem wahren musikalisch närrischen Feuerwerk hat der Musikpädagoge und Kirchenmusiker Patrick Wippel das Konzertpublikum begeistert. Dabei spielte er ein Cocktail berühmter Kompositionen aus der Welt des Schlagers, der Filmmusik, des Musicals, der Marschmusik, des Walzers, der Operette bzw. der Oper. So brachte er beispielsweise den Schlager von Fred Raymond „Ich hab mein Herz in Heidelberg verloren“ derart gekonnt zu Gehör, dass das Konzertpublikum nicht umhin kam den Schlager mit zu singen. Die Opern und Operettenfreunde im Konzertpublikum kamen mit Giuseppe Verdis „Ach wie so trügerisch“ aus der Oper Rigoletto und mit dem Triumphmarsch aus „der Oper Aida“ voll auf ihre Kosten. Mit „Sei nicht bös“ aus der Operette „Der Obersteiger“ von Carl Zeller und mit Tarantella aus der Operette „Casparone“ von Carl Millöcker sowie mit Filmmusiken wie zum Beispiel mir der „Schiwago- Melodie“ von Maurice Jarre, und mit Valse-complainte aus dem Film „Der 14 Juli“ von Maurice Jaubert unterhielt Wippel das Konzertpublikum auf höchstem Niveau. Dass Wippel auch den Dreivierteltakt bestens auf der Kirchenorgel beherrscht, war beim „Walzer Nr. 3“ von Dmitri Schostakowitsch bestens zu hören. Auch Marschmusik hatte im Konzert seinen Platz. So lud Patrick Wippel mit „Marche pontificale“ von Charles Gounod, mit dem dem „Florentiner Marsch“ von Julius Fucik, mit „Marsch“ von Adolphe Adam und nicht zuletzt mit „Preußens Gloria“ von Johann Gottfried Piefke das Konzertpublikum musikalisch zum Marschieren ein. Natürlich durfte beim Faschingskonzert „Marsch“ von Adolphe Adam aus der „Bauer von Preston“ besser bekannt unter dem Namen Narrhallamarsch nicht fehlen, den die Konzertbesucher rhythmisch beklatschten. Aufgrund der Bandbreite der Musikstücke, die Wippel bestens auf der Orgel interpretierte, brachte Wippel, nicht zuletzt aufgrund der genialen Registrierung der jeweiligen Musikstücke, die reichhaltigen und wunderbaren Klangfarben der 16 Register umfassenden Lenterorgel Opus 4 voll zu Geltung. Kein Wunder also, dass es die Zuhörenden unmittelbar am Schluss des Konzerts vor Begeisterung von den Bänken riss, um sich mit frenetischem Beifall für das gelungene närrische Orgelkonzert zu bedanken. Diesen Dank gab Patrick Wippel, in Form einer Zugabe, sinnigerweise mit dem Spielen des Radetzkymarsch von Johann Strauss (Vater) zurück, wobei das Publikum, wie beim weltberühmten Neujahrskonzerts der Wiener Philharmoniker, im Marschrhythmus an den entsprechenden Passagen des Radetzkymarsches beherzt klatschte und mit dem Verklingen der letzten Akkorden in tosenden Jubel ausbrach. Mit einem Sektumtrunk und köstlichen Naschereien, vom Freundeskreis Grenzstein bestens arrangiert, endete der wunderbarer Konzertabend.
(Th. Neu)
„Freu´dich Erd´ und Sternenzelt“
Unter diesem Konzertmotto gab Barbara Ludwig, Organistin an der Lutherkirche, am ersten Weihnachtsfeiertag ein besinnliches weihnachtliches Orgelkonzert vom Feinsten. Mit dem einleitenden „Festpräludium“ von Tim Jungmann, einem Stück mit majestätischer Einleitung, gefolgt von einem feierlichen Mittelabschnitt und mit einem abschließend pompösen Finale eröffnete Barbara Ludwig das Weihnachtskonzert grandios, um danach mit der „Pastorale“ von
Roberto Remondi dem Konzertpublikum mit meditativen Klängen Weihnachten näher zu bringen. Mit der Suite „grégorienne sur les temps de Noël“, von De La Tombelle, in der gregorianische Melodien mit romantischen harmonischen Elementen kombiniert werden, schaffte es Barbara Ludwig durch eine subtile Melodieführung und harmonisch passenden Registerfarben eine Atmosphäre von Erhabenheit und Kontemplation zu schaffen. Mit Josef Seegers „Fuga“ über “Freu dich, Erd und Sternenzelt”, einem polyphonen Musikstück, das mehrere Stimmen enthält, konnte Ludwig all ihre musikalischen und technischen Fähigkeiten zeigen. Mit „Meditation“ von Alfred Hollins schufen die melodischen Linien des Stücks eine Atmosphäre der Besinnung und des Innehaltens. Mit dem Stück spiegelte Barbara Ludwig nicht nur ihren meisterlichen im Umgang mit der Lenterorgel wider, sondern auch ihre Fähigkeit, komplexe emotionale Zustände in Musik zu übersetzen. Danach erklang William Faulkes´ „Rhapsody on Old French Christmas Carols“, die traditionelle französische Weihnachtslieder in musikalisch reiche und abwechslungsreiche Formen integriert. Das Werk erfordert sowohl technische Fertigkeiten als auch einen feinen Sinn für Ausdruck. Beides erfüllte Barbara Ludwig traumhaft. Danach spielte Ludwig das „
Offertoire sur le Noël « Joseph est bien marié » von Alexandre Guilmant. Mit der von ihr sorfältig ausgewählten Registrierung und mit dynamischen Kontrasten verlieh sie dem Werk einen pompösen festlichen Ausdruck. Danach sangen Andreas Konigorski (Bass) und Thomas Neu (Tenor), von Ludwig gefühlvoll an der Orgel begleitet, das traditionelle böhmische Weihnachtslied “Freu dich Erd und Sternenzelt” und verströmten mit ihrem Gesang eine jubilierende Stimmung in den Kirchenraum. Mit “Christmas Fantasia on Popular English Melodies” spielte Ludwig gekonnt eine kreative Zusammensetzung bekannter englischen Weihnachtsmelodien von William Thomas. Das Konzert endete mit einer zeitgenössischen Interpretation über “Freu dich, Erd und Sternenzelt” von Lambert Kleesattel. Dabei zeigte Barbara Ludwig nochmals ihr ganzes Können und Ihre Freude am Musizieren. Mit kräftigem Applaus und noch ganz beeindruckt von dem wunderbaren Weihnachtskonzert bedankte sich das begeisterte Konzertpublikum bei Barbara Ludwig für das schöne musikalische Weihnachtsgeschenk. Ohne eine Zugabe konnte Barbara Ludwig die Orgelbank nicht verlassen. (Thomas Neu) Besinnliches Konzert zum Ewigkeitssonntag/Christkönig
Ganz im Zeichen des Ewigkeitssonntags stand das Konzert,das musikalisch von Dr. Beate Vogel (Leitung u.Orgel), Anja Krüger (Horn), Sonja Vogel (Flöte), Katja Neubehler (Sopran), Andreas Konigorski (Bass) und Thomas Neu (Tenor) gestaltet wurde. Vor dem Konzertbeginn stellte Pfarrer Klaus Vogel in Rahmen eines kurzen geistigen Impulses mit rhetorischer Brillanz, theologischer Tiefe und Expertise einen Zusammenhang zwischen Ewigkeitssonntag und Christkönigsfest her. Gleich mit dem ersten Konzertstück, dem „Präludium und Fuge in c-Moll“, BWV 549, von Johann Sebastian Bach, stimmte Beate Vogel meisterlich das Publikum in das Konzert ein. Dabei traf sie die Grundstimmung des Präludiums, einem kraftvollen kontrapunktisch-düsteren Werk aus dem Orgelzyklus von Bach, wobei es ihr bestens gelang mit kontrapunktische Klarheit jedes Motiv hörbar erklingen zu lassen, selbst wenn es sich gegen andere Motive aufbaute. Damit schaffte Beate Vogel ein Konzertauftakt nach Maß. Mit „Canzona Seconda“ von Bartolomeo de Selma bestach die Flötistin Sonja Vogel durch eine klare Intonation und melodischer Schönheit, wobei sie von Beate Vogel mit der Orgel als basso cotinuo mit einer sauberen Linienführung passend begleitet wurde. Ganz zum Ewigkeitssonntag passend sang Thomas Neu, begleitet von der Orgel, einfühlsam „Bist du bei mir“ von Johann Sebastian Bach BWV 508. Darauf folgte „Qui la voce sua soave“ aus I Puritan von Vincenzo Bellini für Sopranstimme und Orgel. Dabei bestach Katja Neubehler zum einen mit ihrer klaren, kräftig klingenden Sopranstimme und zum anderen mit Ihrer sorgfältigen Balance zwischen Stimme und Orgelbegleitung. Danach spielte Anja Krüger mit ihrem Horn traumhaft das berühmte „Air“ von Johann Sebastian Bach (BWV 1068) in einer ruhigen, eleganten und sanfter Weise, dass die wohlklingenden sonoren Hornklänge, bestens durch die Orgel begleitet, das Publikum anrührte. Ihre ganze klasse zeigte Beate Vogel danach mit dem „Präludium und Fuge d-moll“, BuxWV 140 von Dietrich Buxtehude einem typisches Barockstück mit kontrapunktischer Substanz und klarer Linienführung. Dabei wählte sie eine klare Klangfarbe und hielt damit die Melodie im Vordergrund, wobei ihr elegantes zurückhaltendes Pedalspiel die Harmonik passend unterstütze. Mit ihrer klaren Stimmführung zwischen Sopran-, Tenor- und Bassstimmen und sauber gespielten Orgelpunkt verströmte sie mit der Fuge nicht zuletzt durch ihre Spielfreude einen barocken Glanz. Danach sangen Andreas Konigorski und Thomas Neu, von der Orgel sparsam begleitet, mit „Seelenbräutigam, Jesu Gotteslamm“ BWV 496 und „Kein Stündlein geht dahin“ BWV zwei anrührende Lieder von Johann Sebastian Bach, wobei sich beide Stimmen durch eine saubere Intonation und Artikulation ideal mischten und somit die sentimentalen, ja frommen Texte besonders zum Ausdruck brachten. Mit dem letzten Barockstück des Konzerts brillierte Sonja Vogel mit ihrer Altblockflöte, von Beate Vogel wie aus einem Guss an der Orgel begleitet, mit Arcancelo Corelli´s „Follia“einem Werk mit atemberaubenden aber auch verträumten Variationen. Dabei bewegten sich ihre spieltechnischen
Fähigkeiten auf allerhöchstem Niveau mit atemberaubendem Tempo und mit barocktypischen Dynamiken, wobei es ihr bestens gelang dem Stück sowohl eine eleganter Linie zu verleihen als auch eine festlicher Vitalität verströmen zu lassen. Danach spielte Beate Vogel Felix Mendelssohn Bartholdy´s „Orgelsonate Nr. 4 B-dur, op. 65“. Ein romantisches Orgelwerk dessen hohen spielerischen Ansprüchen Vogel mit ihrem sicheren und abgeklärten Orgelspiel voll gerecht wurde, so dass sich der Kirchenraum mit wunderbaren, traumhaften romantischen Orgelklängen füllte.
Mit „Träumerei“ von Robert Schumann, einem poetisch lyrischen Stück, gelang es Anja Krüger mit meisterlichem Können und traumwandlerischen Sicherheit, nicht zuletzt durch die klangliche Wärme ihres Horns und durch die sanfte Melodie, eine romantische Sehnsucht bei den Hörenden auszulösen, die zum Träumen und Entspannen anregte. Ein wahres Musikerlebnis! Das Konzert fand mit „Wishing you were somehow here again“ einer Ballade aus „Phantom der Oper“ von Andrew Lloyd Webber einen weiteren Höhepunkt. Dabei sang Katja Neubehler die emotionale Ballade melodisch weich bis expressiv, voller Sehnsucht und Trauer. Dabei variierte sie gekonnt die Dynamik mit leisen, intimen Passagen bis hin zu stärkeren opernhaften Höhepunkten, so dass das Publikum ergriffen ihrer phänomenalen Stimme lauschte. Das Konzert endete mit Bach`s Lied „Der lieben Sonne Licht und Pracht BWV 446“ bearbeitet für Orgel, Horn und Blockflöte, einem Stück voller Erhabenheit und religiösem Charakter. Gesungen wurde es als Schlusslied des Konzerts dreistimmig von Katja Neubehler, Andreas Konigorski und Thomas Neu wobei sie hervorragend von Anja Krüger (Horn), Sonja Vogel (Flöte) und Beate Vogel (Orgel) begleitet wurden. Das Konzertpublikum bedankte sich für das anrührende und berührende Konzert mit kräftigem stehenden Beifall. Natürlich endete das Konzert nicht ohne Zugabe. (Thomas Neu)
Orgelkonzert „Jubilare“
Unter dem Motto „Jubilare“ gab der Bezirkskantor der Erzdiözese Freiburg und Kantor der kath. Kirchengemeinde Bruchsal St. Vinzenz Dominik Axtmann ein virtuoses Orgelkonzert. Zunächst stellte er die Lenter-Orgel opus 4, die er wegen ihrer Klangqualität besonders pries, in all ihren Facetten und mit ihren vielfältigen Möglichkeiten vor, was ihm durch seine originellen Orgelimprovisationen bestens gelang, bevor er das Konzertpublikum auf eine musikalische Zeitreise mittels Konzertstücken der diesjährigen Orgeljubilare mitnahm. Die Reise begann mit „
Ricercar primo tono” von
Giovanni Pierluigi da Palestrina (500. Geburtstag) einem Werk in typischer Tonsprache der
Renaissance von
Axtmann hervorragend interpretiert. Mit “Le jardin féerique” von Maurice Ravel (150. Geburtstag) schuf Axtmann einen “zauberhaften Garten” in Tönen mittels feiner Farbgebung der Lenterorgel. Danach spielte er von Enrico Bossi (100. Todestag) das “Scherzo” g-Moll op. 49,2, das mit klarer Form und witzigen rhythmischen Akzenten bestach. Mit der Toccata h-Moll von Eugène Gigout (100. Todestag), bekannt für seine Virtuosität im Orgelfach, mit seinen markanten, schnellen und kontrapunktischen Läufen, zeigte Axtmann sein ganzes Können, um danach mit höchstem musikalischen Einfühlungsvermögen Erik Satie`s (100. Todestag) bekannte „Gymnopédie 1, einem ruhigen, langsamen Stück mit sanftem meditativen Charakter und stufenlos schwebender Melodie, das Konzertpublikum in eine Atmosphäre romantischer Harmonik einzutauchen. Am Ende der musikalischen Zeitreise spielte Dominik Axtmann die berühmte "Farandole von L’Arlésienne”. Dabei spielte er die fröhlichen zyklischem Rhythmen des Stückes, die an folkloristische Volksmusik- und Tanzformen erinnerten, so bravourös, dass das Konzertpublikum im Geiste freudig beschwingt mit- tanzte. Mit tosendem Beifall und stehend bedankte sich das Konzertpublikum bei Dominik Axtmann. Selbstredend, dass er nur mit einer Zugabe das Konzert beenden konnte. (Thomas Neu)
Konzert für Sopranstimme und Orgel
Vom Heidelsheimer Orgelforum eingeladen, ergingen noch vor Konzertbeginn herzliche Grußworte durch die Bruchsaler Oberbürgermeisterin Frau Cornelia Petzold- Schick. Dabei würdigte sie das Heidelsheimer Orgelforum für seinen kulturellen Beitrag innerhalb des Kulturbetriebs der Stadt Bruchsal und sprach dafür Dank und Anerkennung aus. Sie machte dem Heidelsheimer Orgelforum Mut auch in Zukunft weitere Orgelkonzertreihen zu veranstalten.
Für das sich anschließende Konzert konnte das Heidelsheimer Orgelforum die lyrische Sopranistin und Gesangspädagogin Verena Seid und den Musikstudenten Nico Maurice Schumann von der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart Musikhochschule gewinnen. Gleich zu Konzertbeginn zeigte Schumann mit dem Stück „Plein jeu“ aus der Messe „propre pour les couvents de religieux et religieuses“ in G-Dur von Francois Couperin sein Können. Danach sang Verena Seid mit „Ich bin des Herrn“ aus „Sechs religiöse Gesänge“ op. 157, Nr.2 von Joseph Rheinberger sanft intensiv, ja intim meditativ. Darauf folgte Nico Maurice Schumann auf der Lenter- Orgel mit „Fugue sur la Trompette aus „Messe propre pour les couvents de religieux et religieuses“ von Francois Couperin im typisch französischen Barockstil, mit Trompeten-Tonfärbung (mittels passender Registrierung) und schnellem kontrapunktischem Abschnitt. Mit dem „Marienlied“ von Joseph Marx und mit dem „Mariä Wiegenlied“ aus Schlichte Weisen op 76 von Max Reger bezauberte Verena Seid das Konzertpublikum mit ihrer wunderbar klaren und feinfühliger Sopranstimme, die in der Höhe aber auch in der Tiefe bestach. Mit John Irelands „The Bells of San Marie“, der Titel suggeriert eine Kulisse eines Ortes namens San Marie und das Motiv von Glocken, schafften Nico Maurice Schumann und Verena Seid eine pastoral-zeremonielle Stimmung. Einen Höhepunkt erfuhr das Konzert mit Franz Schuberts berühmten „Ave Maria“, mit dem Verena Seid, durch ihr hohes Einfühlungsvermögen und durch ihre stimmliche Klarheit das Konzertpublikum in besonderer Weise in ihren Bann zog. Mit Giovanni Battista Pergolesis „Vidit suum“ aus Stabat Mater verbreitete sich im Anschluss ein barock sakralen Glanz im Kirchenraum, der durch die wunderbar von Nico Maurice Schumann einregistrierte Lenterorgel und durch sein virtuoses Orgelspiel nochmals eine Steigerung erfuhr. Dass Verena Seid auch Neoklassisches „kann“ zeigte sie traumwandlerisch sicher mit ihrer Interpretation des „Ave Maria“ von Marcel Dupré und mit dem „Ave Maria“ von Mattia Battistini. Dabei sorgte sie mit dem „Amen“, ganz am Ende des Battistini- Stückes, mit ihrer stimmgewaltigen voluminösen Sopranstimme beim Publikum für wahres Gänsehautfeeling. Mit dem pompösen Dialogue sur les grands jeux aus der „Messe propre pour les couvents de religieux et religieuses“ in G-Dur für Orgel solo, souverän von Nico Maurice Schumann gespielt, fand das wunderbare Konzert einen würdigen Abschluss. Selbstredend, dass Verena Seid und Nico Maurice Schumann wegen des langanhaltenden kräftigen Beifalls nicht umhin kamen mit dem berühmten „Ave Maria“ von Bach/Gounod eine Zugabe zu geben, die das Publikum nochmals restlos begeisterte. (Th. Neu)
Ein großartiges Konzerterlebnis
Zum ersten Mal gab der Organist und Musikstudent Patrick Renz dem Heidelsheimer Orgelforum ein Orgelkonzert. Daher war das Konzertpublikum besonders auf das Konzert gespannt. Gleich zu beginn spielte Renz mit
„Passacaglia und Fuge“ in c-Moll, BWV 582, von Johann Sebastian Bach ein Meisterwerk der Barockmusik. Die Passacaglia ist bekannt für ihre tiefgründige und emotionale Melodie, die durch die Variationen eine spannende Entwicklung durchläuft. Die sich anschließende Fuge ist äußerst komplex wobei Renz die technischen Schwierigkeiten des Fuge glänzend meisterte. Mit der sich anschließenden „Triosonate Nr. 4“ in c-Moll, BWV 528, von Johann Sebastian Bach zauberte Renz eine meditative, fast schon kontemplative Stimmung in den Kirchenraum. Verstärkt wurde die Stimmung von den Choralvorspielen „Straf mich nicht in deinem Zorn“ und „Schmücke Dich, o liebe Seele“ von Gottfried August Homilius, die Renz mit sparsamen Registereinsatz hervorragend interpretierte. Mit „Introduktion und Passacaglia,“ o. Op von Max Reger fand das Konzert seinen glanzvollen Abschluss. Dabei schaffte es Renz die tiefgründigen und komplexen Strukturen der Passacaglia durch sein meisterhaftes Orgelspiel hervorragend auf der Lenterorgel herauszuarbeiten, wobei er das immer wiederkehrende Bassthema, reich variiert, zu Gehör brachte. Zurecht wurde Patrick Renz vom begeisterten Konzertpublikum mit viel Beifall bedacht, so dass er nicht umhin konnte eine Zugabe zu spielen. (Th. Neu)
Ein wahres Meisterkonzert
Der Bezirkskantor der Erzdiözese Freiburg und Kantor der Karlsruher katholischen Stadtkirche St. Stephan, Patrick Fritz-Benzing, brillierte beim Heidelsheimer Orgelforum mit einem wahren Meisterkonzert. Zu Konzertbeginn spielte er das "Magnificat Primi Toni", von Dietrich Buxtehude BuxWV 203, eine feierliche ergreifende Melodie, die die Freude und Dankbarkeit Marias musikalisch thematisiert. Mit der "Passacaglia in d" von Johann Kaspar Kerll brachte Fritz-Benzing ein faszinierendes Werk der Barockmusik zu Gehör, das sich durch wiederholte harmonische Progressionen, die durch die unterschiedlichen Registrierungen betont wurden, auszeichnet. Danach spielte er mit technischer Brillanz und Einfühlungsvermögen das "Praeludium und Fuge c-moll" von Felix Mendelssohn Bartholdy, ein beeindruckendes Werk, das mit einem kraftvollen Praeludium beginnt um danach in einen komplexen und ausdrucksvollen Fugenabschnitt überzugehen. Mit dem „Ave Maria“ von Franz Liszt in der Bearbeitung von A. W. Gottschalg zauberte
Fritz- Benzing nicht zuletzt durch seine Virtuosität, filigrane, nahezu zerbrechliche Töne in den Kirchenraum, so dass das Konzertpublikum kaum zu atmen wagte. Ein Stück, das der Lenterorgel mit ihren charakteristischen feinen Registern auf den Leib (Korpus) geschnitten schien. Passend dazu folgte mit „Schmücke dich, o liebe Seele“ BWV 654 von J.S. Bach, eine kunstvolle Verarbeitung eines Chorals, von dem, nicht zuletzt durch seine einfühlsame Melodie, eine musikalisch tiefgehende spirituelle Botschaft ausging. Zum Schluss spielte er "Toccata, Adagio und Fuge C-Dur BWV 564", ein bekanntes Werk von Johann Sebastian Bach. Mit der Toccata bestach Fritz-Benzing durch seine Sicherheit bei den virtuosen Passagen. In dem sich anschließenden Adagio vermittelte er durch seine zurückgenommene Spielweise eine ruhige und gefühlvolle Stimmung. Die abschließende Fuge, die komplexe kontrapunktische Strukturen aufweist und damit höchste Ansprüche an den Organisten stellt, brachte er meisterlich und mit großer Spielfreude zu Gehör, so das das Konzertpublikum nach dem Schlussakkord nicht mehr an sich halten konnte, um Fritz- Benzing für das wahre Meisterkonzert frenetisch stehenden Beifall zu spenden. Erst nach einer Zugabe war es ihm möglich die Orgelbank zu verlassen. (Th. Neu)
Orgelmusik vom Feinsten
Zum wiederholten Mal gelang es dem Heidelsheimer Orgelforum mit der Kirchenmusikdirektorin (KMD),Erika Budday, eine renommierte Organistin für ein Orgelkonzert zu gewinnen. Gleich zu Konzertbeginn sprühte Budday mit Johann Sebastian Bachs Präludium und Fuge G-Dur BWV 541 nur so vor Spielfreude. Das Stück beginnt mit einem lebhaften und eingängigen Präludium, das die Zuhörer sofort in seinen Bann zieht. In der anschließenden Fuge gelang es Budday durch ihre traumhafte Spieltechnik komplexe musikalische Themen kunstvoll zu verweben. Mit den Chorälen „Komm, heilger Geist, Herre Gott“ BWV 652 und „Komm, Gott, Schöpfer Heiliger Geist“ BWV 667 gelang es Erika Budday Bachs Fähigkeit, religiöse Texte musikalisch zu vertiefen durch eine passende Registrierung bestens zur Geltung zu bringen. Das Präludium und die Fuge in G-Dur, Op. 37, Nr. 2, von Felix Mendelssohn Bartholdy spielte Budday mit Klarheit und Eleganz und ließ somit die Zuhörenden in die musikalische Welt Mendelssohns einzutauchen. Danach spielte sie „Sechs Variationen über ein Thema von Corelli“ von Johann Christian Heinrich Rinck auf der barock gestimmten Lenterorgel. Rinck zeigt mit dem Stück seine Virtuosität und seine Wertschätzung für barocke Musiktraditionen. Ein lebhaftes und energisches Musikstück.
Mit einer dynamischen Stimmung und einer expressiven Melodik spielte Budday das „Allegro“ in d-Moll von Felix Mendelssohn Bartholdy. Zum Konzertabschluss erklang die „Sonate D-Dur“, op. 65 Nr. 5. von Felix Mendelssohn Bartholdy. Dabei spielte Budday den ersten Satz, das „Andante“, ruhig und gelassen und lud das Konzertpublikum so zum entspannten Zuhören ein. Der zweiten Satz „Andante con moto“ (mit Bewegung) ist geprägt von einer leicht beschwingten, Melodie, die hier und da an eine Art sanften Tanz erinnerte. Im dritten und letzten Satz dem „Allegro Majestoso“ versetzte Erika Budday den Kirchraum in eine festliche, ja heroische Stimmung, die sich zum einen durch die grandiose Melodik des dritten Satzes und zum anderen durch den mächtig kraftvollen Klang der aufregistrierten Lenterorgel beim staunenden Publikum Bahn brach. Mit diesem feierlichen Finale fand das ausgezeichnete Konzert seinen würdigen Abschluss, der mit einer Zugabe versüßt wurde. Mit brausendem Beifall bedankte sich das begeisterte Konzertpublikum für das grandiose Konzert.
(Thomas Neu)
Zauberhafte Flötenklänge und Basso continuo zum Osterfest
Am Ostersonntag 2025 gaben die studierten Flötistinnen Sonja Kanno-Landoll (Querflöte, Blockflöte) und Ulrike Wettach-Weidemaier (Querflöte, Blockflöte) zusammen mit KMD Detlev Helmer (Orgel), ein großartiges Osterkonzert. Gleich mit dem ersten Stück, dem „Trietti methodichi“ von Georg Philipp Telemann, ein lebendiges und abwechslungsreiches Werk für zwei Querflöten und Basso continuo zeigte sich in den schnellen Vivace-Abschnitten und den ruhigeren Andante-Teilen die Vielseitigkeit und die Virtuosität der beiden Flötisten. Danach spielte Detlev Helmer das „Präludium G-Dur“ von Constantin Homilius, ein elegantes Orgelstück, das durch seine klare Struktur und seinen harmonischen Fluss besticht. Dabei schaffte Helmer durch sein unaufgeregtes Orgelspiel eine ruhige, ja meditative Stimmung. Im Anschluss spielte Sonja Kanno-Landoll, begleitet durch die Orgel, die „Sonate F-Dur“ für Querflöte von Anna Amalia von Preußen. Mit dem „Adagio“ gelang ihr zunächst ein ruhiger, gefühlvoller Einstieg, um die Zuhörenden danach, mit an Lebenslust kaum zu überbietenden Barockrhythmen des „Allegretto`s “ und des „Allegro ma non troppo´s“ zu erfreuen. Mit Vivaldis „La Follia“ für zwei Altblockflöten und
Basso continuo, ein energetisches und mitreißendes Werk, zeigten die beiden Flötistinnen ihr hohes Maß an Virtuosität und Harmonie. Die Variationen und das expressive Spiel war ein echtes Highlight. Eine festliche Atmosphäre schaffte Ulrike Wettach-Weidemaier mit der eleganten „Barock Suite“ D-Dur von Louis de Caix d’Hervelois. Dabei gelang es ihr, malerisch von Detlev Helmer an der Orgel begleitet, die Melodien der abwechslungsreichen Sätze mit ihrer Sopranblockflöte schön zur Geltung zu bringen. Ein echtes Gänsehaut- Erlebnis. Mit Michael Schütz’ „Fantasia für Orgel“ erklang ein zeitgenössisches Werk, das durch seine kreative Klanggestaltung beeindruckte. Hier zeigte Detlev Helmer seine Vielseitigkeit und seine ganze Spielfreude, die der Orgel hörbar gut tat. Zum Schluss spielte Sonja Kanno-Landoll, Ulrike Wettach-Weidemaier und Detlev Helmer die „Triosonate“ C-Dur von Johann Joachim Quantz. Dabei handelt es sich um ein klassisches Barockstück, das mit seinen unterschiedlichen Tempi und den ausdrucksvollen Sätzen die Virtuosität der beiden Flötistinnen bestens zum Ausdruck brachte. Es gelang Ihnen damit ein schönes Beispiel für Barockmusik zu geben, bei der eine feine Balance zwischen Melodie und Begleitung gefragt ist. Das Publikum lauschte den letzten Klängen, noch ganz ergriffen für ein paar Augenblicke nach, um sich dann um so mehr mit stehendem Applaus, begleitet von Bravorufen, für das wunderbare Osterkonzert zu bedanken. Selbstredend, dass das Konzert nicht ohne Zugabe, mit zauberhaften Flötenklängen zu Ende gehen konnte.
(Th. Neu) Orgelklänge zur Fastenzeit
Mit einem ganz auf die Fastenzeit ausgelegten Konzertprogramm präsentierte sich meisterhaft der Kirchenmusiker und Organist Lucas Bastian. Mit „An Wasserflächen Babylon” BWV 653 von Johann Sebastian Bach, mit “Herzlich tut mich verlangen” von Johannes Brahms und Robert Schumanns „6 Studien in kanonischer Form Op.56, Nr. 2 versetze er das Konzertpublikum, nicht zuletzt durch den sparsamen Einsatz an Flötenregistern, in eine meditative Stimmung. Im Anschluss spielte Lucas Bastian „O Lamm Gottes unschuldig BWV 656“ von Johann Sebastian Bach mit großer Emotionalität und lud damit die Zuhörenden ein über die Bedeutung des Opfers sowie über Schuld, Erlösung und Gnade nachzudenken. Danach brachte Bastian die 3. Sonate von Felix Mendelssohn Bartholdy meisterlich zu Gehör. Dabei spielte er den ersten Satz “Con moto maestoso” kraftvoll majestätisch, angereichert
mit dynamischen Kontrasten. Damit verlieh er dem Stück eine eindrucksvolle Präsenz. Mit dem zweiten Satz, „Andante tranquillo“, gelang es Bastian mit seiner einfühlsamen Spielweise und mit der lyrisch sanften melancholischen Melodie des Stückes eine intime Atmosphäre mit emotionaler Tiefe zu schaffen. Der Höhepunkt im Konzert bildete Johann Sebastians “Präludium in e-Moll” BWV 548/1 und “Fuge in E-Moll” BWV 548/2.
Rein technisch gesehen erfordert das Präludium vom Organisten sowohl Geschicklichkeit als auch Ausdruckskraft. Die schnellen Passagen und die komplexen Harmonien fordern eine präzise Ausführung, während die langsamen, lyrischen Abschnitte Raum für persönliche Interpretation und emotionale Tiefe bieten. Diesen hohen Ansprüchen meisterte Bastian bravourös. Mit der Fuge in E-Moll BWV 548/2 zeigte Bastian sowohl technisches Können als auch ein tiefes Verständnis für den Kontrapunkt. Dabei glänzte er mit einer präzisen Ausführung der Stimmen und mit der Fähigkeit, die verschiedenen melodischen Linien klar zu differenzieren. Noch ganz ergriffen von den Orgelklängen zur Fastenzeit dankte das Konzertpublikum für das anspruchsvolle und zugleich anrührende Orgelkonzert mit langanhaltendem Beifall, so dass das Konzert nur mit einer Zugabe zu Ende gehen konnte.
Friede, Freude, Götterfunken
Orgelklänge in der fünften Jahreszeit
Vor voll besetzten Kirchenbänken „lieferte“ der Musikpädagoge, Kirchenmusiker und Organist Patrick Wippel ein Konzertfeuerwerk der leichten Muse ohnegleichen.
Dabei erklangen, von Wippel bestens registriert und interpretiert, Melodien wie der Marsch der Zinnsoldaten aus dem Nusskancker von Tschaikowski. Natürlich durften bei einem Konzert in der fünften Jahreszeit mit „Geschichten aus dem Wienerwald“ von Johann Strauß und dem „ Laura Walzer“ aus der Operette „Bettelstudent“ von Carl Millöcker Melodien im Dreivierteltakt nicht fehlen. Damit verstand es Patrick Wippel das Publikum in eine gemütliche Walzerseligkeit zu versetzen, um es danach mit schneidiger Marschmusik musikalisch zum „Marschieren“ zu bringen. Dies gelang ihm Dank seiner akzentuierten Spielweise bestens mit dem „Marsch der Zinnsoldaten“ aus dem Nussknacker von Peter I. Tschaikowski sowie dem Marsch „Lustigen Dorfschmiede“ und dem „Florentiner Marsch“ die beide aus der Feder von Julius Fucik stammten. Selbstverständlich waren auch Polkastücke im Konzert angesagt. Mit der „Amboss Polka“ von Albert Parlow nahm Wippel das Publikum gedanklich in eine Dorfschmiede mit, in der die Perkussionisten Andreas Konigorski und Thomas Neu als „Schmiede“ die Eisen traumhaft sicher im exakten Polkatakt schlugen, so dass das Ganze mit einem Schmunzeln und spontanem Szenenapplaus vom Konzertpublikum bedacht wurde. Mit „Inno di Mamelie“ von Michele Navaro (italienische Nationalhymne) endete der offizielle Teil des Konzerts. Sozusagen als Zugabe brachte Patrick Wipppel durch ziehen fast sämtlicher Register der Lenterorgel, eine pompöse Interpretation der Europahymne „Freude schöner Götterfunken“ von Ludwig van Beethoven zu Gehör, so dass das Konzertpublikum nicht umhin kam aus voller Kehle die Hymne mit zu singen, wobei die letzten textlosen Takte im tosendem Beifall untergingen. Die restlos begeisterten Konzertgäste fanden sich nach dem Konzert bestens gelaunt auf dem Kirchplatz ein, um den Abend mit einerseits kulinarischen Köstlichkeiten, angeboten von Frauengruppe „Freundeskreis Grenzstein“, sowie andererseits mit dem einen oder anderen Gläschen gut gekühlten Sekts ausklingen zu lassen. Man war sich einig: Das Konzert mit Patrick Wippel war einfach nur fabelhaft. Ganz nach dem Motto: Friede, Freude, Götterfunken. (Thomas Neu)
Bezauberndes Weihnachtskonzert
Mit einer musikalisch äußerst selten Kombination von Fagott und Orgel bezauberten die Musikpädagogin Barbara Ludwig und ihr Sohn, der Masterfagottist Sebatian Ludwig Di Salvatore das zahlreich erschienene Konzertpublikum am 1. Weihnachtsfeiertag 2024. Mit dem „Andante“ und dem „Allegro“ aus dem Concerto in e-moll RV 484 von Antonio Vivaldi und mit der „Gavotte avec doubles 1-2-3-6” aus der Suite in a-moll von Jean – Philippe Rameau erklangen filigrane Barockklänge vom Feinsten. Danach erstrahlte das “Präludium BWV 875” und das “Präludium BWV 860” von Johann Sebastian Bach im barocken Glanz. Beide Präludien, von Barbara Ludwig für Fagott raffiniert bearbeitet, spielte Sebastian Ludwig – Di Salvatore mit traumwandlerischen Sicherheit und hohem Einfühlungsvermögen, so dass die Fagotttöne mit den Orgelklängen sich wunderbar mischten. Im romantischen Teil des Weihnachtskonzerts zeigten Barbara Ludwig und Sebastian Ludwig – Di Salvatore mit “Mélodie op.46 Nr.4” und “Cantilène Pastorale” von Alexandre Guilmant sowie mit “Scherzo Valse” von Théodore Dubois* und mit “Offertoire pour la Messe de minuit von César Franck, alle Stücke bestens von Barbara Ludwig bearbeitet, ihre hohe Musikalität und Spielkunst. Mit Louis J. A. Lefébury-Wély`s “Sortie” endete das wundervolle Konzert, das mit so reichlich Applaus vom Konzertpublikum bedacht wurde, dass beide Künstler noch eine Zugabe geben mussten. (Thomas Neu)
berührende Orgelklänge
In der gut besuchten katholischen Marienkirche bot Maria Mokhova zum wiederholten Mal beim Konzert des Heidelsheimer Orgelforums ein Musikerlebnis der Extraklasse. Das zeigte sich gleich beim ersten Stück, dem „Präludium und Fuge“ a-Moll, BWV 543 von Johann Sebastian Bach. Mit dem Choral „O Welt, ich muss dich lassen” op.
Posthum 122 von Johannes Brahms zeigte Mokhova ihre großes Einfühlungsvermögen, das sie nicht zuletzt mit einer sensiblen Orgelregistrierung und dem von ihr gewählten Tempo meisterlich zum Ausdruck brachte. Mit dem “Präludium und Fuge” c-Moll op.37 und der “Sonata VI”, op. 65 von Felix Mendelssohn-Bartholdy entlockte sie der Lenterorgel opus 4 sowohl voluminöse als auch besinnlich, romantische Klänge. Mit der Passacaglia “The Messenger on the Hill” von Ad Wammes und mit dem anrührenden Andante religioso op.64 von Alec Rowley gab Mokhova auch zeitgenössischer Kunst ihren Raum. Das Konzert fand mit Léon Boëllmann`s prächtiger “Toccata” aus Suite Gothique
ор. 25 seinen glanzvollen Abschluss. Tosender, nicht enden wollender Beifall und Bravorufe füllten den Kirchenraum nach dem Ausklingen des pompösen Schlussakkords, so dass Maria Mokhova das Konzert nur mit einer Zugabe beenden konnte.
(Thomas Neu)
Cembalomusik vom Feinsten beim Heidelsheimer Orgelforum
Cembalommusik vom Feinsten servierte
Slobodan Jovanovic`, dem zahlreich erschienenen Konzertpublikum. Doch zunächst eröffnete er das Konzert mit Orgelwerken wie der „Toccata del quarto tuono“, einem frühbarocken Werk, von Luzzasco Luzzaschi, und mit einer „Ciaccona” von Bernardo Storace. Danach zeigte sich Slobodan Jovanovic` ganz als Meister des Cembalos. Mit “Les Tendres Plaintes”, “Fanfarinette” und “Le Rappel der Oiseaux” von Jean-Philippe Rameau und mit Johann Sebastian Bach`s “Präludium, Fuge und Allegro” Es-Dur bezauberte er mit himmlischen Saitenklängen, die er dem Cembalo mit einer Leichtigkeit entlockte, sofort das Konzertpublikum. Meisterhaft, mit Eleganz und Raffinesse spielte Slobodan Jovanovic` im Anschluss “La Poule - Les Sauvages” von Jean-Philippe Rameau und “Les Barricades Mystérieuses” von François Couperin, so dass sich das Konzertpublikum in einem güldenen Konzertsaal eines französischen Barockschlosses wähnte. Zum Schluss zeigte Slobodan Jovanovic`mit der Partita e-Moll, BWV 830 von Johann Sebastian Bach seine ganze Klasse am Cembalo, an dem er vor Spielfreude nur so sprühte, so dass das Konzertpublikum, noch ganz benommen von den traumhaft schönen Cembaloklängen, in einen nicht enden wollenden begeisterten Applaus ausbrach, der es Slobodan Jovanovic` unmöglich machte das wunderbare Konzert ohne eine Zugabe zu beenden. (Th. Neu)
Tolles Konzert zum Ferienende
Gleich zu Konzertbeginn glänzte der Kirchenmusiker und Musikpädagoge Markus Bellm mit Nicolaus Bruhns`s „Präludium e-Moll“ mit einem phantastischen Pedalsolo, um danach den Kirchenraum mit der dreisätzigen Sonate Nr. VI von Felix Mendelssohn- Bartholdy mit wohligen romantischen Klängen zu füllen. Noch ganz von der romantischen Musik gefangen führte Bellm das Konzertpublikum mit Johann Kaspar von Kerll `s „Canzone 5“ nochmals in die Welt des strahlenden Barocks zurück. Mit „An Wasserflüssen Bayblon“ BWV 653 von Johann Sebastian Bach, einem ruhigen Stück mit meditativen Charakter, berührte er das Konzertpublikum in besonderer Weise. Danach ging es beschwingt und „locker,“ vor allem durch den klugen Einsatz der Flötenregister im Konzert mit der „Sonate F-Dur“ von Carl Philipp Emanuel Bach weiter, wobei man hier und da die Leichtigkeit eines Mozarts und dessen schelmisches Lächeln zwischen den Orgelpfeifen zu erkennen glaubte. Zum Schluss gelang Bellm mit der mächtigen „Toccata pour Orgue“ von Théodore Dubois ein opulent, pompöser Konzertabschluss, bei dem er all seine Spielqualität zu Geltung bringen konnte. Das Konzertpublikum forderte mit kräftigem Applaus eine Zugabe, die Markus Bellm gerne gewährte.
(Th. Neu)
Meisterkonzert mit Domorganist Prof. Markus Eichenlaub
Unter der Konzertüberschrift „CON FANTASIA“ brillierte Prof. Markus Eichenlaub, Domorganist am Kaiserdom und Mariendom zu Speyer, an der Lenterorgel Opus 4. Dabei spielte er in seinem Konzertprogramm ausschließlich Fantasien aus verschiedenen Epochen. Mit der „Fantasie in F“ von Johann Gottfried Müthel und „Fantasia à gusto italiano“ von Johann Ludwig Krebs gelang es ihm das Konzertpublikum gleich zu Konzertbeginn in ein “Fantasialand” zu entführen. Mit Johann Sebastians Bach`s “Fantasia in g” BWV 542,1 „Herr Jesu Christ, dich zu uns wend“ BWV 709 und der Fuga in g BWV 542 zeigte Eichenlaub all seine große Klasse. Mit der eher selten zu hörenden “Echo Fantasia” von Jan Pieterszoon Sweelinck erklang, passend zur barocken Lenterorgel ein wunderschönes frühbarockes Orgelstück. Danach entführte Eichenlaub das begeisterte Konzertpublikum gekonnt mit “Troisième Fantaisie” op. 157 von Camille Saint-Saëns in die Welt der Hochromantik und inspirierte das Publikum zum Träumen. Das hervorragende Konzert endete mit der bombastischen“Fantaisie und Fuge” B-Dur op. 18/6 von Alexandre-Pierre-François Boëly mit der Eichenlaub sein ganzes Können und mit einer sensationellen Registrierung seine Musikalität voll zur Entfaltung brachte. Das Konzertpublikum bedanke sich für die wunderbaren Träumereien mit nicht enden wollenden frenetischen Applaus, so dass Eichenlaub nicht umhin kam, eine Zugabe zu geben. Die Konzertbesuchenden waren sich darin einig ein wahrhaft außergewönliches Meisterkonzert gehört zu haben, das zur Fantasie anregte. (Th. Neu)
Orgelkonzert zum Sommeranfang
Mit einem phantastischen Orgelkonzert begrüßte Maria Mokhova, Konzertorganistin, Preisträgerin und Hochschuldozentin den anstehenden Sommer 2024. Mit der „Passacaglia und Fuge c-Moll“, BWV 582 von Johann Sebastian Bach glückte ihr ein Auftakt nach maß. Mit dem Choral „O Mensch, bewein dein Sünde groß“ von Bach zeigte sie ihr Gefühl für meditative Klänge um darauffolgend mit Felix Mendelssohn-Bartholdy`s “Präludium und Fuge c-Moll” op.37 das Konzertpublikum in die Klangwelt der Romatik zu entführen. Danach spielte Mokhova das “Benedictus” op. 59 von Max Reger und das “Adagio” aus „Symphonie Gothique“ von Charles-Marie Widor mit einer Sicherheit und Musikalität, die seines gleichen sucht. Ein weiterer Höhepunt im Konzert war das äußerst anspruchvolle “Litanies” von Jehan Alain. Dabei mischte Maria Mokhova raffiniert die Register und durch effektvolle Umregistrierungen, die Johannes Sieber als Registrant präzise durchführte, wuchs der Orgelklang orkanartig an. Den Schluss des Konzerts bildete die berühmte “Toccata und Fuge d-Moll”, BWV 565 von Johann Sebastian Bach. Obwohl das Stück sehr bekannt ist überraschte Maria Mokhova das Konzertpublikum mit ihrer sensationellen Spieltechnik und schnellen Läufen das Publikum, so dass nach dem letzten Takt laute Bravo Rufe erschallten und begeisterter Applaus im Kirchenraum aufbrandete. So kam Maria Mokhova nicht umhin eine Zugabe zu geben bei der sie nochmals ihre ganze Klasse zeigte.
Großartiges Pfingstkonzert in moll
Mit einem Pfingstkonzert der Superlative brillierte Ioanna Solomonidou an der Lenterorgel Opus 4 in der katholischen Marienkirche Heidelsheim. Dabei stellte sie ein Konzertprogramm zusammen, das, den Passacaglien geschuldet, seinen Schwerpunkt auf der Tonart „moll“ hatte. Als erstes Stück erklang jedoch die „Ciacona in d-moll“ von Johann Pachelbel bei der Solomonidou nur so vor Spielfreude sprühte. Die Passacaglien von Johann Caspar Kerll (d-moll) Dieterich Buxtehude (d-moll) und Johann Sebastian Bach (c-moll) interpretierte sie mit einer spürbaren Sanftheit und selten gehörter einfühlsamer Melancholie. Mit “Schmücke Dich du liebe Seele” von Johann Sebastian Bach, das zu den Passcaglien bestens passte, gelang es ihr mit einem sparsamen Registereinsatz und ruhigem Tempo eine meditative Stimmung zu erzeugen. Mit dem Ostinato in c-moll von Felix Mendelssohn-Bartholdy zeigte Solomonidou ihre hohe Musikalität für romantische Orgelliteratur. Mit tosendem
Applaus und Hochrufen dankte das begeisterte Publikum Joanna Solomonidou für ein großartiges Pfingstkonzert in “moll”. (
Th. Neu)
Ein strahlend aufgehender Stern am Organistenhimmel
Gleich zwei „Schwergewichte“ barocker Orgelliteratur nämlich die „Toccata, Adagio und Fuge in C Dur“ BWV 564 und das „Präludium und Fuge in A moll“ BWV 543 von Johann Sebastian Bach nahm der junge erst
22- jährige Darmstädter Musikstudent Finn Krug in sein Konzertprogramm auf. Ob das gut geht? Eine Frage, die sich dem einen oder anderen Konzertbesuchenden vor Konzertbeginn stellte. Und ob das gut geht! Mit jugendlicher Kraft, Elan und ein an Tempo,, Dynamik und Sicherheit kaum zu überbietendem Orgelspiel begeisterte Finn Krug die Zuhörenden mit den genannten Bachwerken restlos. Sie trauten ihren Ohren nicht und hielten fasziniert von Finn Krugs`s Orgelspiel die Luft an. Beide Werke allein wären ein Konzertbesuch Wert gewesen. Mit den Chorälen „Allein Gott in der Höh` sei Ehr“ BWV 663 und mit „Christ, unser Herr, zum Jordan kam“ BWV 684 „beruhigte“ er mit meditativen Orgelspiel das Konzert, so dass das Konzertpublikum wieder zu Atem kam. Dass er auch „Romantik kann“ zeigte er mit der 5. Orgelsonate D- Dur op. 65 Nr. 5 von Felix Mendelssohn Bartholdy. Aber auch sinfonische Klänge beherrscht er mühelos, wie er mit seiner Interpretation von „Jesu meine Freude, II Canzone“, op. 87 Nr. 2 von Sigfrid Karg-Elert eindrucksvoll unter Beweis stellte. Zum Schluss zeigte Finn Krug nochmals mit der „Festival Toccata“ von Percy Fletcher sein ganzes musikalisches Genie, als er mit der voll aufregistrierten Lenterorgel den Kirchenraum mit herrlichen Klängen wahrlich überflutete. Das restlos begeisterte Publikum forderte von Finn Krug unter frenetischem nicht enden wollenden stehenden Applaus eine Zugabe, die er gerne gewährte. Mit einer fulminanten Orgelimprovisation, bei der er nach und nach alle Register zog begeisterte er nochmals das faszinierte Publikum. Alle waren sich einig: Ein hell strahlender Stern am Organistenhimmel ist aufgegangen
Osterfreuden zum Erklingen gebracht
Die Kirchenmusikdirektorin (KMD) und langjährige Organistin an der Klosterkirche im Kloster Maulbronn, Erika Budday, zeigte mit ihrem Osterkonzert am Ostersonntag 2024 in der Marienkirche Heidelsheim an der Lenterorgel Opus 4 ihr ganzes Können. Gleich zu Beginn zog sie mit der spieltechnisch anspruchsvollen „Dorische Toccata und Fuge” BWV 538 von Johann Sebastian Bach das Konzertpublikum ganz in ihren Bann. Mit den von ihr hervorragend interpretierten Osterchorälen aus dem Orgelbüchlein von Johann Sebastian Bach, gelang es ihr die Osterbotschaft musikalisch und mit emotionaler Tiefe zu verkünden. Vor allem mit “Christ ist erstanden” BWV 627, “Erstanden ist der heilge Christ” BWV 628 “Erschienen ist der herrliche Tag” BWV 629 und mit “Erstanden ist der heilge Christ” BWV 628 strahlten von der Lenterorgel Opus 4 wahre barocke Osterfreuden in den Kirchenraum. Eine Steigerung erfuhr die Osterbotschaft mit der mächtigen Ostersonate op.62,4 von Johann Georg Herzog, die das älteste deutsche Osterlied “Christ ist erstanden” im Präludium als Thema aufnimmt. Mit “Präludium – Romanze – In memoriam” von Josef Gabriel Rheinberger zeigte Erika Budday noch einmal ihre besondere Klasse und ihr hohes Maß und Musikalität. Ein ergriffenes Konzertpublikum dankte Erika Budday mit herzlichem Applaus für das musikalisch eindrückliche Ostergeschenk.
Beschwingtes Konzert am Faschingssonntag
In der sehr gut besuchten katholischen Marienkirche zu Heidelsheim erklangen am Fastnachtsonntag 2024 Melodien zum Thema „Alles im Fluss“, die dort normalerweise eher nichtzu hören sind. Der Musikpädagoge und Kirchenmusiker Patrick Wippel präsentierte dem Konzertpublikum mit einem Augenzwinkern zum Teil bekannte und zum Teil fast vergessene Melodien, die Flüsse thematisieren. Mit der „Wacht am Rhein“ von Carl Wilhelm Hill, mit „Frühling am Rhein“ von Ludwig Friedmann, mit „Am wunderschöner Rhein“ von Rudolf Förster und mit „Rechts am Rhein und links am Rhein“ von Felix Glessmer entführte Wippel das Publikum an die nahen Rheinufer der Region. Mit „Rivers of Babylon“ (The Melodians 1970) mit „Moon River“ aus dem Film „Frühstück bei Tiffany“ und „Ol`man River“ aus dem Musical Show Boat erklangen international bekannte Melodien. Mit „Singing in the Rain“ aus dem gleichnamigen Musical, und mit „Raindrops“ aus dem Film „Butch Cassidy“ thematisierte Wippel das Element Wasser. Mit der „Moldau“ von Friedrich Smetana und mit der Regentropfen- Prelude von Frederic Chopin gab Wippel, auch klassischen Stücken Raum und zeigte seine spielerische Klasse. Eine humoristische Facette erfuhr das Konzert durch den Gesang von Andreas Konigorski (Bass) und Thomas Neu (Tenor), die die von Franz Schubert komponierte „Forelle“ auch in den Varianten nach Mozart, Beethoven, List und anderen Komponisten so zum Zappeln brachte, dass sich das Konzertpublikum eines Schmunzelns nicht erwehren konnte. Die Gruppe „Grenzstein“ gaben mit den von ihnen selbst gelesenen Texten von Johann Wolfgang von Goethe, Edgar Allen Poe und Du Fu, einem chinesischen Dichter, zum Thema Fluss dem Konzert eine besondere Note. Zudem lud die Gruppe Grenzstein zum Schluss zur Überraschung der Konzertbesuchenden auf dem Kirchplatz zu leckeren Snacks und gut gekühltem prickelnden Rillingsekt ein. In bester Stimmung und gut gelaunt traten die Konzertbesuchenden ihren Heimweg an. Alle waren sich einig: Es war (wieder einmal) ein wunderbarer Konzertabend!
Weihnachtskonzert „ohne Fagott“
Das Weihnachtskonzert des Heidelsheimer Orgelforums konnte leider nicht mit Fagott aufgeführt werden, da der Fagottist Sebastian Ludwig di Savatore erkrankt war. Barbara Ludwig gelang es aber trotzdem das Konzertpublikum mit einem umgestellten Konzertprogramm reichlich mit Orgelmusik zu beschenken. Mit dem Praeludien BWV 881, BWV 875 und BWV 860 von Johann Sebastian Bach eröffnete Barbara Ludwig mit einer kammermusikalischen Leichtigkeit das Konzert. Mit der „Messe du jour de Noël“ op.11 von Alexandre P.F. Boëly zogen festlich weihnachtsliche Orgelklänge in den Kirchenraum ein. Im Anschluss spielte Barbara Ludwig mit der spärlich registrierten Lenter Orgel das Preludio Pastorale op. 61A von Oreste Ravanello in einer ruhigen filligranem Weise, die meditative Züge annahm. Mit Gustave Ferrari`s „Wallonische Weihnachts-Rhapsodie“ erklangen, bei uns weniger bekannte, wallonische Weihnachtslieder. Feierlich bis pompös kam die „Rhapsodie sur des Noëls“ von von Eugène Gigout daher, in der weihnachtlichen Weisen im Stil jener Zeit thematisch aufgegriffen wurden. Mit Louis J.A.Lefèbure-Wély`s wunderbar komponierten „Sortie – Allegro moderato“ fand das Weihnachtskonzert seinen krönenden Abschluss, so dass reichlich Applaus nach dem Schlussakkord durch die St. Marienkirche aufbrandete. Mit einer Zugabe als Abschiedsgeschenk entließ Barbara Ludwig das begeisterte Konzertpublikum in den Abend des ersten Weihnachtsfeiertages.
(Th. Neu)
Gelungenes Konzert am Ewigkeitssonntag
Unter der Leitung der Organistin Dr. Beate Vogel veranstaltete das Heidelsheimer Orgelforum ein Konzert, das das Publikum restlos begeisterte. Mit dem „Praeludium e moll“ BWV 548 von Johann Sebastian Bach eröffnete Beate Vogel mit ihrem fulminanten Orgelspiel und mit bester Spieltechnik ausgestattet das Konzert. Mit ihrem hohen Einfühlungsvermögen für romantische Musik interpretierte sie das “Präludium a-moll” von Johannes Brahms in einer Art und Weise, die seinesgleichen sucht. Weitere Höhepunkte des Konzerts waren das “Konzert d moll”, op 26,6 von Michel Corrette und das spielerisch äußerst anspruchsvolle “Concerto c moll” von Antonio Vivaldi. Dabei zeigte die Flötistin Sonja Vogel, begleitet von Beate Vogel, ihr ganzes Können gepaart mit einer überschwänglicher Spielfreude. Dabei bewältigte Sonja Vogel die anspuchsvollen und schwierigen Läufe auf der Flöte, besonders die Allegrosätze im “Vivaldistück ,“ mit Präzision, rasanten Tempo und spielerischer Leichtigkeit. so dass dem gebannt ungläubig lauschenden Konzertpublikum der Atem stockte. Man hätte das Fallen einer Stecknadel hören können. Für einen weiteren musikalischen Höhepunkt sorgte die Hornistin Anja Krüger. Mit ihrer Art das Horn zu spielen zeigte sie sich als Meisterin ihres Fachs. Mit Alexandre Guilmant`s “Morceau Symphonique” Op. 88 für Horn und Orgel zauberte sie, von Beate Vogel traumwandlerisch sicher an der Orgel begleitet, volltönige, kraftvolle breite symphonische Klänge, die den ganzen Kirchenraum in einen romantischen Zauberwald verwandelten, so dass das Konzertpublikum von der Klangwelt des Horns gefangen und tief berührt wurde. Das Konzert wurde durch Gesangsstücke von Katja Neubehler (Sopran), Andreas Konigorski (Bassbariton) und Thomas Neu (Tenor) bereichert. Mit der Choralpartita: “Alles ist an Gottes Segen” von Gustav Gunsenheimer fand das Konzert seinen würdigen Abschluss. Mit lang anhaltenden, stehenden Applaus bedankte sich das Konzertpublikum für den wunderbaren Konzertabend, der allerdings erst mit einer Zugabe zu Ende gehen konnte.
(Th. Neu)
Brillantes Orgelkonzert
Gleich zu Konzertbeginn zeigte der Karlsruher Organist Lucas Bastian mit dem spielerisch anspruchsvollem „Präludium und Fuge in D-Dur“ BWV 532 von Johann Sebastian Bach seine ganze Klasse, um danach mit dem „Andante für ein Orgelwerk in einer Uhr“ KV 616, einem Spätwerk von Wolfgang Amadeus Mozarts, seine überragende Spieltechnik meisterhaft zu zeigen. Mit Johann Sebastian Bach`s “Allein Gott in der Höh” aus den Leipziger Chorälen BWV 662, 663 und 664 verzauberte er das zahlreich erschienene Konzertpublikum mit geistlichen Klängen. Anrührende romantische Musik entlockte Lucas Bastian der Lenterorgel nicht zuletzt durch eine sensible Orgelregistrierung mit dem Stück „Mit sanften Stimmen“ op.56 Nr. 3. von Robert Schumann. Mit dem ersten Satz aus Josef Gabriel Rheinberger`s 16. Orgelsonate in gis-Moll, dem “Allegro moderato”, fand das Konzert seinen krönenden Abschluss, wobei die Lentererorgel durch eine virtuose Registrierung ihre ganze Strahlkraft entfallen konnte. Das begeisterte Konzertpublikum forderte mit stehendem und kräftigen Applaus eine Zugabe, die Lucas Bastian mit einer Orgelimprovisation über ein Marienlied gerne gab. (Th. Neu)
Erster Bruchsaler Orgelspaziergang findet würdigen Abschluss
Musikdirektor Johannes Blomenkamp, Kantor an der Evangelische Stadtkirchengemeinde Durlach und Bezirkskantor für den Kirchenbezirk Karlsruhe beendete mit einem wunderbaren Orgelkonzert den Ersten Bruchsaler Orgelspaziergang. Zunächst zeigte Johannes Blomenkamp mit dem opulent romantischen „Praeludium und Fuge c-Moll“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy sein ganzes Können. Mit Johann Gottfried Walters Partita über „Jesu, meine Freude“ und mit „5 Stücke für die Flötenuhr“ von Joseph Haydn entlockte er der Lenterorgel Opus 4 Klänge, die den Kirchenraum in einen silbrig barocken Glanz einhüllten. Mit „Misa completa“ von Luigi Ferdinando Casamorata stellte er die Charakteristika der Einzelregister besonders heraus. Dass Johannes Blomenkamp auch zeitgenössische Kompositionen meisterlich interpretieren kann zeigte er mit „Most Beautiful Jesus“ und „Once Again“ von Michael Schütz. Mit Jazz-Waltz „Großer Gott, wir loben dich“ eine Eigenkomposition von Johannes Blomenkamp faszinierte er das Publikum vollends. Mit dem letzten Stück „Mozart changes“ von Zsolt Gárdonyi fand das überragende Konzert noch nicht seinen eigentlichen Abschluss. Das begeisterte Konzertpublikum „zwang“ durch seinen frenetischen Applaus Johannes Blomenkamp zu mehreren Zugaben. (Th. Neu)
Sommerkonzert mit Markus Bellm
Das Sommerkonzert des Heidelsheimer Orgelforums war für das Konzertpublikum ein wahrer Kunstgenuss. Markus Bellm verstand es meisterhaft sommerliche Gefühle im Kirchenraum zu verbreiten. Zunächst einmal gratulierte er mit „Introduktion und Passacaglia d-Moll“ von Max Reger zu dessen 150. Geburtstag. Dabei schaffte er es die Klangmöglichkeiten der Lenterorgel bis an ihre Grenze auszuloten. Mit den Choralvorspielen
„O Welt, ich muss dich lassen“ und „Schmücke dich, o liebe Seele“ von Johannes Brahms zeigte Markus Bellm, nicht zuletzt durch eine raffinierte Zusammenstellung der Orgelregister sein ganzes Gefühl für romantische Orgelmusik. Ihren ganzen barocken Glanz verbreitete die Lenterorgel Opus 4 mit Dietrich Buxtehudes „Präludium g-Moll BuxWV 149“ bis in den letzen Winkel des Kirchenraums. Danach zeigte Markus Bellm mit drei Improvisationen über das Kirchenlied „Sonne der Gerechtigkeit“ seine ganze Musikalität und sein schöpferisches Talent um danach mit Wolfgang Amadeus` Serenade in G „Eine kleine Nachtmusik“ seine technischen Qualitäten auszuspielen. Dass Bellm auch Jazz kann wurde beim letzten Stück „Intrada in Jazz“ von J.M. Michel deutlich. Mit frenetischem Beifall dankte das Publikum Markus Bellm für das wunderbare „Sommererlebnis“, so dass er nicht umhin kam eine Jazzzugabe zu geben. (Th. Neu)
Maria Mokhova begeistert das Konzertpublikum
Am Sonntag, 25.Juni.2023, gab die Konzertorganistin und mehrfache Preisträgerin Maria Mokhova ein Orgelkonzert der Extraklasse. Dabei erklangen gleich zu Beginn das alles überstrahlende „Es-Dur Präludium BWV“ 543, und das barocke
Lebensfreude versprühende „Concerto a-moll,“ BWV 593 (nach Vivaldi) von Johann Sebastian Bach. Mit dem meditativen „Benedictus“ opus 59 Nr.9 von Max Reger gratuliert Maria Mokhova zu dessen 150. Geburtstag. Mit „4 Tänze“ aus der polnischen Orgeltabulatur von Johannes Lubmin, mit „Der Mond ist aufgegangen“ von Zsolt Gárdonyidem und mit „7 Tänze“ für Orgel von Margaretha Christina de Jong fand das Orgelkonzert seine Fortsetzung, ehe das Konzert mit der mächtigen “Toccata F-Dur“ aus der 5. Symphonie von Charles-Marie Widor bombastisch endete
Jazz- Klänge auf der Lenterorgel Opus 4
Mit Dr. Lilo Kunkel gelang es dem Heidelsheimer Orgelforum eine der angesagtesten Jazz- Organistin zum wiederholten mal zu einem Konzert zu gewinnen. Ihr Konzertprogramm „Romance in the dark“ beinhaltete nicht nur Nachtstücke wie „The midnight sun will never set“ von Quincy Jones, „Round midnight“ von Theolonius Monk, „Midnight train“ von Jim Weatherley oder „Midnight mood“ von Joe Zawinul, sondern thematisierte auch die Dämmerung (crépuscule) mit Jazzkompositionen wie „Mélodie au crépuscule“ von Django Reinhardt, mit „Crépuscule with Nellie“ von Thelonius Monk und mit „In the still of the night“ von Cole Porter. Im letzten und dritten Set stand dann die "romance" im Vordergrund.So spielte Kunkel Stücke von Richard Rogers „My romance“ von Jerome Kern „A fine romance“, von Astor Piazzolla „Romance“ und zum Konzertabschluss „Romance in the dark“ des Jazz- Altmeisters Big Bill Broonzy. Alle Stücke wurden von Lilo Kunkel für die Orgel bestens arrangiert. Das zahlreiche Konzertpublikum, unter dem sich einmal mehr viele fachkundige Jazzer befanden, dankten Lilo Kunkel mit stehendem Beifall für den traumhaften Jazzabend. Selbstredend konnte das Konzert nicht ohne eine Zugabe zu Ende gehen.
Tierische Musikstücke
Beim Orgelforum in Heidelsheim geht es vom „Hummelflug“ bis zum Mäusetanz
Ein tierisch musikalisches Programm hat am Abend des Ostersonntags das Publikum in der Heidelsheimer Pfarrkirche St. Maria erheitert. Das Trio Eva Valtová, Sonja KannoLandoll und Ulrike WettachWeidemaier brillierte mit Orgel und Flötenklängen ausschließlich mit Werken, die Tiernamen enthielten. Vom Huhn über Schmetterlinge und Ziegen bis hin zum Seedrachen war einiges dabei. Sonja KannoLandoll und Ulrike Wettach Weidemaier begeisterten die zahlreich erschienenen Zuhörer wechselweise an Blockflöten, Querflöten sowie an der kleinen Sopraninoblockflöte mit exakt ausgespielten Phrasen und Tönen. RimskyKorsakows bekannter „Hummelflug“ entzückte in der Version für zwei Querflöten genauso, wie der heiter, rhythmische „Ziegentanz“ von Arthur Honegger als Soloflötenstück. Genial interpretiert – mit sehr hohen, lupenreinen Tönen – wurden auch die Vögelchen „Little Bird“ sowie die Mäuse, die Fangen spielen „Mice Play Catch“ von Michael Schütz zum Hörgenuss. Manche Tiere waren klanglich so gut umgesetzt, dass man nicht groß raten brauchte. Die Orgel mit ihrem großen Klangspektrum bot dazu einige Möglichkeiten und Eva Valtová lockte einiges aus der Lenterorgel heraus. Die lustige „Schnarrheuschrecke“ zum Beispiel mit schnarrender Trompete, der mit einer lustigen Melodie tanzende „Kartoffelkäfer“, oder die wilde, rhythmische „Hornisse“ sorgten für Begeisterung unter den Zuhörern. Die verliebte Nachtigall von Francois Couperin bot für Eva Valtová einige Möglichkeiten, solistisch an der Orgel hervorzutreten. Schön barock ausgespielt präsentierte das Trio das Concerto „Il Gardellino“ von Vivaldi, das den Distelfink beschreibt. Bizarrer ging es bei den nächsten beiden Werken zu: Sigfrid KargElerts „Colibri“ durfte mit der Piccoloflöte seine schnellen Runden drehen und bei dem „Gespräch einer Hausschnecke mit sich selbst“ war endgültig die experimentelle Musik erreicht. In einer virtuosen Mischung zwischen Tremulieren, Spielen, Sprechen und Singen interpretierte Ulrike WettachWeidemaier an der Altblockflöte eine Schnecke, die sich über legt, aus dem Haus herauszugehen. Nach vertonten erhabenen „Rochen“, flinken „Seepferdchen“ und einem „Seedrachen“, der Bachs berühmte Toccata imitierte, fand das tierische Konzert mit Wilhelm Popps „Lockvögeln“ einen melodiösen und großartigen Abschluss. Mit reichlichem Applaus dankte das Publikum der meisterhaften Darbietung des Trios, welches sich mit zwei Zugaben revanchierte.
Autor: Markus Wittich; Bruchsaler Rundschau - Ausgabe v. 11.04.20203
„Konzert der Jubilare“- ein wahrer Kunstgenuss
Den Jubiläen der Komponisten William Byrd (400. Todesjahr) Georg Muffat
Geburtstag, Johann Pachelbel (370. Geburtstag), William Walton 40. (Todestag,Max Reger (150 Geburtstag), Jacques- Nicolas Lemmens (200. Geburtstag) wurde der Bezirkskantor der Erzdiözese Freiburg und Kantor der Seelsorgeeinheit Bruchsal St. Vinzenz, Dominik Axtmann mit einem erfolgreichen Meisterkonzert mehr als gerecht. Zu Konzertbeginn spielte er „Third Pavana & Galiarda“ ein cembalohaftes, fast sensitives Stück, das hervorragend zum barocken Klangcharakter der Lenter- Orgel Opus 4 passte. Mit Georg Muffats „Nova cyclopeias harmonica“ und Johann Pachelbels „Praeludium in d P. 407 stellte Axtmann ein Frühwerk des Norddeutschen Barock einem Frühwerk des Süddeutschen Barock gegenüber. Dabei traten die Register der Lenterorgel bei Muffat als Soloregister mit wunderbarer Leichtigkeit und Schlichtheit hervor. Demgegenüber schöpfte Pachelbels „Praeludium in d P. 407“, das mit einem Pedalsoso begann, aus der überschwänglich barocken Klangwelt. „Spitfire Prelude“ von William Walton interpretierte Axtmann mit seiner Spielweise so, dass er dem Titel ganz nahe kam. Mit „O Haupt voll Blut und Wunden WoO IV/13“ mit „O Lamm Gottes unschuldig opus 67 Nr. 32“ und „O Welt ich muss dich lassen op. 67 Nr.33“ nahm Axtmann die Stimmung der Fastenzeit in das Konzert auf und zeigte so, dass man „Reger“ auch auf einer „16 Register Orgel“ durchaus spielen kann. Glanz- und kraftvoll, das heißt mit allen Registern, vor allem mit den beiden Trompetenregistern brachte Dominik Axtmann mit „Fanfare – Cantabile – Final“ von Jacques- Nicolas Lemmens das Konzert zum krönendem Abschluss, wobei er sein ganzes meisterliches Können unter Beweis stellte. Restlos begeistert erhoben sich die zahlreich erschienenen Konzertbesuchenden in Gänze von den Kirchenbänken und dankten Axtmann mit starkem langanhaltenden Applaus für das wunderbare „Jubiläumskonzert“, so dass es eine Zugabe brauchte, um das Konzertpublikum nach Hause entlassen zu können.
Autor: Thomas Neu
Orgelkonzert „Zeit fürs Herz“ toller Erfolg
Mit Melodien rund ums Herz hat der Organist und Musikpädagoge Patrick Wippel das Publikum restlos begeistert. Dabei spannte er einen weiten musikalischen Bogen. Er reichte von „Herz Mund und Tat und Leben“ von Johann Sebastian Bach über „Mein Herz und meine Stimme“ von Anton Bruckner und „Das Herz am Rhein“ von Wilhelm Hill bis hin zu Leonhard Bernstein`s „Mein Herz schlägt nur für dich“ aus der West Side Story, und „You`ll Be In My Heart“ von Phill Collins. Natürlich durften Operettenmelodien beim Thema Herz nicht fehlen. So arrangierte Patrick Wippel „ Dein ist mein ganzes Herz“ von Franz Lehar meisterlich und pompös für die Orgel. Mit „Ach ich hab in meinem Herzen“ aus dem Film „Der fröhliche Wanderer“ gesungen von Andreas Konigorski und Thomas Neu ging der offizielle Teil des Konzerts zu Ende. Eine Bereicherung erfuhr der Konzertabend durch Gedichte zum Thema „Herz“, die gekonnt durch Mitglieder der Frauengruppe „Grenzstein“ zwischen den Musikstücken vorgetragen wurden. Das zahlreich erschienene Publikum bedankte sich mit nicht enden wollenden stehenden Applaus, so dass Patrick Wippel nicht umhin kam eine Zugabe zu geben. Mit „Dunkelrote Rosen“ (was mein Herz empfindet) aus der Operette „Gasparone“ von Carl Millöcker, gesungen von Andreas Konigorski und Thomas Neu, traf er ganz den Geschmack des Publikums, das freudig die berühmte Melodie schunkelnd mitsang oder mitsummte und danach den schönen Konzertabend bei Sekt und Snacks auf dem Kirchplatz ausklingen lies. Autor: Thomas Neu
Musikalisches Geschenk zum Weihnachtsfest
beim traditionellen Weihnachtskonzert, dem Abschlusskonzert der Konzertreihe des Jahres 2022 des Heidelsheimer Orgelforums, beschenke Organist, Chorleiter und Dekanatschorleiter Markus Bellm das Konzertpublikum mit einer Auswahl weihnachtlicher Orgelwerke, die er mit stimmungsvoll gewählter Registrierung meisterhaft vortrug. Markus Bellm war kurzfristig für die erkrankte Organistin Barbara Ludwig eingesprungen. Mit Weihnachten op. 135 Nr. 3 von Max Reger füllte sich die stimmungsvoll beleuchtete Pfarrkirche St. Maria Heidelsheim mit mit einem ruhigen meditativem Klangteppich. Es folgten das Präludium in G-Dur von Nikolaus Bruhns, "Der Tag, der ist so freudenreich" und "Vom Himmel hoch" von Johann Sebastian Bach. Hier konnte das Publikum die abwechslungsreiche und stimmige Registrierung sowie das prachtvolle Ausspielen der Möglichkeiten der Lenterorgel mit Ohren und Augen erleben.
Im weiteren Konzertverlauf erklangen Werke von Albrecht Hänlein, Louis Claude Daquin, Alexandre Guilmant und zum Abschluss die Bearbeitung des Weihnachtslieds „O du fröhliche" von Johannes Diebold, bei dem Markus Bellm nochmals seine ganze Virtuosität zeigen konnte.
Das Konzertpublikum bedankte sich mit lang anhaltendem Applaus für einen wunderschönen musikalischen Ausklang des Weihnachtsfeiertags.
Autor: Andreas Konigorski
Künstlerinnen begeisterten am Ewigkeitssonntag/Christkönigsfest
Mit einem abwechslungsreichen und in sich stimmigen Konzertprogramm, zusammengestellt durch die musikalische Leiterin und Organistin Dr. Beate Vogel, überzeugten die Sopranistin Katja Neubehler, die Flötistin Sonja Vogel und die Hornistin Anja Krüger mit hoher Musikalität und Spielkunst.
Mit dem “Praeludium und Fuge e-moll” von Nicolaus Bruhns gelang Beate Vogel ein Konzertauftakt nach Maß, der das Konzertpublikum in den Konzertabend bestens einstimmte. Ihre ganze Klasse bewies sie zudem mit der “Fuga in g-moll” von Johann Sebastian Bach. Mit dem Halleluja aus der Kantate "Ihr Völker hört" für Sopran, Altblockflöte und Basso continuo von Georg Philipp Telemann verstrahlte Katja Neubehler mit ihrer mit einem zarten Tremmolo ausgestatteten Sopranstimme barocken Glanz, der durch weiche Hornklänge gepaart mit dem Sound der Altblockflöte und des Basso Continuo`s eine zusätzliche Strahlkraft erlangte. Eine Steigerung der Barockfreuden erfuhr das Konzert durch Antonio Vivaldis “Konzert in G-Dur” für Sopranblöckflöte und Basso continuo (Orgel). Mit ihrem atemberaubenden Flötenspiel und ihrer schlafwandlerisch sicheren Spieltechnik brachte Sonja Vogel das anspruchsvolle Vivaldiwerk meisterlich zu Gehör und verzauberte so, von Beate Vogel hervorragend an der Orgel begleitet, das Konzertpublikum vollkommen. Im zweiten Teil des Konzerts entführte Anja Krüger das Konzertpublikum mit “Va pensiero” (zieh` Gedanke) von Giuseppe Verdi in die Welt der Romantik. Einfühlsam interpretierte sie mit warmen Hornklängen den “Gefangenenchor” aus Nabucco auf eine Weise, die das Konzertbublikum anrührte. Mit einem absolut musikalisch schönen Hörerlebnis verzauberte Anja Krüger mit “Romance Les Adieux” von Franz Strauss die Zuhörenden. Sie zog das Publikum vollkommen in den Bann der Musik, so dass man den Fall einer Nadel hätte hören können.
Mit der Sonate VI "Vater unser im Himmelreich", Satz 1 glänzte ihrerseits Beate Vogel nochmals an der Orgel durch ihre großartige Spieltechnik und durch ihre hohe Musikalität. Dabei entlockte sie der Lenterorgel Opus 4, nicht zuletzt durch eine stimmige Registrierung, wunderbare Orgelklänge. Zum Konzertabschluss brachten die vier Künslerinnen verstärkt durch die Sänger des Heidelsheimer Orgelforum das wuchtige “Hosianna, gelobet sei, der da kommt” von Christian Gregor als Hinweis auf die nahende Adventszeit zu Gehör. Das begeisterte Publikum bedankte sich mit langem stehenden Applaus, so dass es erst mit einer Zugabe, mit dem Abendlied “Abend wird es wieder”, von Heinrich Rinck nach Hause entlassen werden konnte
Autor: Thomas Neu
Konzertorganist Rudolf Peter brillierte
Gerade als Gewinner von zwei zweiten Preisen für Cembalo von einem Meisterkurs in der Normandie nach Heidelsheim gekommen spielte Rudolf Peter, wie könnte es anders sein, französische Barockmusik vom Feinsten. Mit Pi
èces pour l'orgue“ von Louis Marchand, mit Suite du Deuxi
ème Ton von Louis-Nicolas Clérambault und mit der Messe pour l'orgue von Nicolas de Grigny servierte er dem Publikum meisterlich französische Barockmusik. Mit einer ausgeklügelt raffinierten Registrierung, insbesondere durch den Einsatz des Violdigambregisters, entlockte er der Lenter- Orgel cembaloimitierende Klänge, so dass sich das erstaunte Publikum in einem Cembalokonzert wähnte. Den Schluss- und Glanzpunkt setzte Peter im Konzert mit dem Präludium und Fuge Es- Dur von Johann Sebastian Bach. Dabei schien es, als ob sich die barocken Orgelklänge, gleich dem plätschernden Wasser eines mit Putten und Muschelbecken ausgestatteten barocken Springbrunnens, über das Publikum „ergossen“. Das begeisterte Publikum feierte Rudolf Peter mit frenetischen Applaus.
(Th. Neu)
Konzert für Horn und Orgel
Mit einem weit gespannten Konzertbogen gaben der Solohornist Peter Bromig
und die Organistin Katrin Düringer in der gut besuchten Marienkirche Heidelsheim ein abwechslungsreiches und ambitioniertes Konzert, das sich von frühbarocken bis zu zeitgenössischen Musikwerken erstreckte. Mit “La Diane”, einer Suite für Horn und Orgel, von F. Couperin überzeugte Bromig gleich zu Konzertbeginn mit hoher Spieltechnik und Katrin Düringer mit ihrer kamermusikhaften Orgelbegleitung. Im zeitgenössischen Musikteil des Konzerts zeichnete sich Peter Bromig mit höchster Musikalität, Tonstabilität und Brillanz aus, wobei Katrin Düringers Orgelspiel in nichts nachstand, sondern im Gegenteil die Orgelpartie gleichberechtigt zum Horn einfühlsam zu Gehör brachte. Mit dem Präludium Op. 37 Nr. 2 für Orgel von Felix Mendelssohn – Bartholdy zeigte Düringer im Soloorgelspiel bei sparsamer Registrierung ihre ganze Klasse. Zum Konzertende glänzten Peter Bromig und Katrin Düringer mit Händels “Prelude & Fugue” für Horn und Orgel mit feierlich königlichen Barockklängen. Das Publikum dankte ihnen mit langanhaltendem Applaus, so dass das Konzert ohne Zugabe nicht enden konnte.
Th. Neu
Bach und die norddeutsche Orgelmusik
Der Landauer Konzertorganist Rudolf Peter bestach erneut beim Konzert am 24. Juli 2022 durch seine hohe Musikalität verbunden mit einer ausgefeilten Spieltechnik. Mit Georg Böhms “Praeludium und Fuge in C-Dur” zog er mit dem anspuchsvollen Pedalspiel gleich zu Beginn des Praeludiums das Konzertpublikum sofort in seinen Bann. Danach gelang es ihm im Kontrast mit “Vater unser im Himmelreich” eine meditavie Stimmung aufzubauen. Mit dem kraftvollen “Praeludium quarti toni” (BuxWV 152) gelang es Rudolf Peter die Lenterorgel opus 4 mit einer ausgefeilten Registrierung mit all ihren Klangfarben zum Erklingen zu bringen. Zum Schluss spielte er sich mit der Phantasie und Fuge g-Moll (BWV 542) von Johann Sebastian Bach in einen wahren ekstatischen Spielrausch und führte so die Lenterorgel mit einer nie zuvor gehörten Strahlkraft an ihre Grenzen. Das Konzertpublikum dankte Rudolf Peter mit Bravo- Rufen und nicht enden wollendem stehendem Beifall für den wunderbaren Konzertabend, so dass er nicht umhin kam eine Zugabe zu geben. Das Konzertpublikum war sich darin einig, eine wahres Meisterkonzert gehört zu haben.
Th. Neu
Die Orgel tanzt
Mit einem traumhaften Rhythmusgefühl und mit hoher Spielkunst ausgestattet entführte die Konzertorganistin Ioanna Solomonidou das Konzertpublikum am 19. Juni 2022 in in die Welt der Tänze. Mit der „Tanz-Suite” von Andreas Willscher gelang ihr ein fulminanter Konzerteinstieg, wobei sie mit “Charleston”, “Blues” und “Tango” das Konzertpublikum gleich zu Konzertbeginn animierte im Geiste das Tanzbein zu schwingen. Mit den sich anschließenden “Sieben Tänzen” op 60 von Margaretha Christina de Jong tanzte sich die Orgel, angetrieben durch das rhythmische Orgelspiel von Ioanna Solomonidou, in einen wahren Rausch. Zum Schluss erklang, von Solomonidou mit Feuer und Leidenschaft interpretiert, der “Libertango” von Astor Piazolla. Ganz hingerissen von den vorgetragenen Tänzen mit ihren markanten Rhythmen bedankte sich das begeisterte Konzertpublikum durch stehende Ovationen bei Ioanna Solomonidou für eine wunderbare “Tanzstunde”. Unter rauschendem Beifall verlangte das Konzertpublikum nach einem “Zusatztanz”, den Solomonidou gerne gewährte. Mit “beschwingtem Tanzbein” entließ sie das begeisterte Konzertpublikum zum anschließen Sektempfang auf den Pfarrhof.
Th. Neu
Orgelduo Esprit begeisterte beim Konzert am 15.Mai 2022 Bestens musikalisch und technisch auf einander abgestimmt gaben Maria Mokhova (Heidelberg) und Rudolf Müller (Würzburg) ein atemberaubendes Orgelkonzert zu 4 Händen und vier Füßen in der Pfarrkirche St.Maria Heidelsheim. Gleich zu Konzertbeginn zeigte das Orgelduo mit einer Trilogie von Denis Bedard seine ganze Klasse. Mit einer eigenen Bearbeitung von „Kanon in D“ für Orgel von Johann Pachelbel und mit einer stimmigen Registrierung der Lenterorgel Opus 4 gelang Maria Mokhowa und Rudolf Müller dem Charakter des Kanons in in sensibler Weise ganz nahe zu kommen. Mit „Orgelimprovisationen“ zeigte Rudolf Müller all seine Musikalität und Spieltechnik während Maria Mokhova mit „Mai“ aus den Jahreszeiten von Petr Ilytch Tschaikowski die „russische Seele“ musikalisch bestens zum Ausdruck brachte. Zum Schluss spielte das Orgelduo von Robert Cundick „Prelude,“ „Chanson“ und „Postlude“, wobei vor allem das „Postlude“ das Konzertpublikum besonders begeisterte. Mit viel Applaus verabschiedete das dankbare Konzertpublikum die beiden Künstler in der
Hoffnung, dass das Orgelduo wieder einmal beim Heidelsheimer Orgelforum in einer zukünftigen Konzertreihe zu hören sein wird. Th. Neu
Wundervolles Osterkonzert mit Bezirkskantor Dominik Axtmann
Unter dem Titel „O Filii et Filiae“ - erklang am Ostersonntag in der St. Marienkirche in Heidelsheim
österliche Orgelmusik vom Feinsten.
Mit dem Präludium "Halleluja" von Franz Schmidt wurden die Konzertbesuchenden sofort auf Ostern “eingestimmt”. Danach kam die österliche Freude mit dem Offertoire „O Filii et Filiae“ von Jean-François Dandrieu zauberhaft von Dominik Axtmann interpretiert, durch eine äußerst passende Registrierung der Lenterorgel verstärkt, besonders zum Ausdruck. Mit Osterchorälen aus dem Orgelbüchlein von Johann Sebastian Bach zeigte Axtmann sein ganzes Können und seine große Einfühlsamkeit in die bachsche Musik. Das Konzert endete mit hochromatischen Stücken, wie dem Offertoire pour Pâques sur "O Filii et Filiae" von Clément Loret und dem “Allegro giocoso op. 150,7” von Camille Saint-Saëns mit denen Axtmann die Klangvielfalt der Lenterorgel Opus 4 in hervorragender Weise zum Ausdruck brachte. Mit stehendem, langanhaltendem Beifall bedankte sich das begeisterte Publikum für das ausgezeichnete Konzert, so dass Dominik Axtmann nicht umhin kam eine Zugabe zu geben.
Th. Neu
Erhebendes Konzert zur Fastenzeit mit Domorganist Prof. Markus Eichenlaub
Am 20.03.2022, dem 3. Fastensonntag, gab der Speyerer Domorganist, Prof. Markus Eichenlaub, dem Heidelsheimer Orgelforum in der nahezu voll besetzten Marienkirche ein Konzert der Extraklasse. Das Konzertprogramm war nahezu gänzlich auf die Passions- und Fastenzeit ausgelegt. Dabei bildeten die Stücke von Johann Sebastian Bach gewissermaßen den Rahmen für das Konzertprogramm. Mit dem durchaus passionsfähigen Werkspaar Praeludium und Fuge in c-Moll BWV 546, das mit seinen Seufzermotiven und seinen kräftigen Akkorden an das Einschlagen der Nägel am Kreuze Christi erinnert, und mit Praeludium und Fuge in a-Moll BWV 543 gelang es Eichenlaub die Passions- und Fastenzeit in hervorragender Weise musikalisch abzubilden. Mit dem Bach`schen Choral „O Mensch bewein dein Sünde groß“ BWV 622, ein wunderbares musikalisches Gebet, das die Stimmung in der Fastenzeit phantastisch aufgreift, wurde das Konzertpublikum, nicht zuletzt durch eine dazu passend abgestimmte Registrierung, tief berührt. Mit Johannes Brahms „Herzlich tut mich verlangen“ gelang es Eichenlaub die Grundstimmen der wunderbaren Lenter-Orgel in besonderer Weise plastisch darzustellen. Als Besonderheit und selten gespieltes Stück brachte er die Sonate in d über „O Haupt voll Blut und Wunden“ von Felix Mendelssohn Bartholdy einfühlsam und spielsicher zu Gehör. Dabei stammen nur die ersten 60 Takte des Stückes von Mendelssohn selbst. Auf meisterliche Weise wurde die Sonate von dem Schweizer Rudolf Lutz in den Jahren 2007/2008 ganz im Stile Mendelssohns vervollständigt bzw. auf drei Sätze erweitert. Dies gelang so gut, dass das 15-minütige Stück in der Fachwelt als “7. Sonate Mendelssohns” firmiert. Mit dem Stück “Obra de 8º tono alto: Ensalada” des Spaniers Sebastián A. de Heredia lockerte Eichenlaub die Konzertstimmung mit einem “musikalischen Lächeln” etwas auf. Er würfelte die verschiedenen Rhythmen, gleichsam einem Tanz, wild durcheinander und brachte so ganz nebenbei die farbliche Klangpracht der Orgel, nicht zuletzt durch seine raffiniert gewählten Registrierungen und sein traumwandlerisch sicheres Orgelspiel, voll zur Entfaltung. Das Konzertpublikum dankte Markus Eichenlaub für das wunderbare Konzert mit stehenden Ovationen, Bravorufen und mit einem nicht zu Ende gehen wollenden kräftigen Applaus.
Als Zugabe spielte Markus Eichenlaub, hinsichtlich des schrecklichen Krieges in der Ukraine das einfühlsame Stück “Verleih uns Frieden gnädiglich”, das von Felix Worysch im Kriegsjahr 1918 verfasst wurde. Tief ergriffen und auf Wunsch von Eichenlaub endete das Konzert mit nachdenklichem Schweigen.
Orgelklänge zur Faschingszeit
Am 13. Februar um 19 Uhr erklangen in der Kath. Pfarrkirche St. Maria Heidelsheim für eine Kirchenorgel ungewohnte Melodien..
Der bekannte Organist und Chorleiter PatrickWippel präsentierte auf der Lenter-Orgel Werke diverser Meister, darunter bekannte Filmmelodien, Schlagerund Melodien aus Klassik und Romantik.
Weihnachtliche Raritäten
Am ersten Weihnachtsfeiertag 2021 lud das Heidelsheimer Orgelforum, wie in jedem Jahr, in die festlich illuminierte und weihnachtlich geschmückte kath. Pfarrkirche St. Maria Heidelsheim zu einem weihnachtlich Orgelkonzert mit dem Leitmotiv „Weihnachtliche Raritäten“ ein. Die bekannte Organistin der Bruchsaler Lutherkirche und Musikpädagogin Barbara Ludwig hatte hierfür nicht alltägliche Orgelstücke ausgewählt, die Weihnachten musikalisch aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Dabei erklangen unter anderem Werke von Willem van Twillert, Dieter Blum, Harvey Gaul,Robert Rosenthal und Elmer Samuel Hosmer.
Konzert zum Christkönigsfest und Ewigkeitssonntag
Am Sonntag, den 21. November 2021 gestalteten die Organistin an der evangelischen Stadtkirche Heidelsheim, Dr. Beate Vogel, die Flötistin Sonja Vogel und die Hornistin und Musikpädagogin Anja Krüger vom evangelischen Posaunenchor ein beeindruckendes Konzert mit Werken für Orgel, Blechbläser und Blockflöte sowie geistlichen Gesängen.
Kammermusiktrio SOHA (Sopran, Orgel, Horn, Alphorn)
Musikreise durch Zeiten und Länder
Am Sonntag,17. Oktober 2021, hat das Kammermusiktrio SOHA, bestehend aus Verena Seid (Sopran), Carmen Jauch (Orgel) sowie Ana Stanković (Horn und Alphorn) das Konzertpublikum auf eine außergewöhnlich schöne Musikreise durch Zeiten und Länder mitgenommen. Die Reise begann in Bayern mit dem Lied „Alphorn“ für Sopran, Horn und Orgel von Richard Strauss, wobei das Konzertpublikum sofort mit spätromantischen Klängen bezaubert wurde, was nicht zuletzt auch an der außergewöhnlichen schönen Sopranstimme und an der einfühlsamen Interpretation von Verena Seid lag. Mit der „Alphorn-Stubete“ für Alphorn und Orgel, komponiert vom Schweizer Jürgen Sommer, wurde die Reise in den Schweizer Bergen mit dem viersätzigen Werk „Walzer“, „Polka“, „Ländlerwalzer“ und „Marsch“ fortgesetzt. Dabei wurden die Zuhörenden in eine alpine Bergstimmung versetzt, wie man sie von Urlauben her kennt, wobei Ana Stanković mit kräftigen und zugleich weichen und sonoren Alphornklängen wesentlich zu dieser Stimmung beitrug. Danach überquerte das Kammermusiktrio SOHA die Alpen Richtung Norditalien. Dort angekommen erklang das romantische „Ave Maria“ des italienischen Opernsängers Mattia Battistini, das von Verena Seid mit viel Gefühl und Sensibilität vorgetragen wurde, und so das Konzertpublikum tief berührte. Die Italienreise wurde mit Giovanni Battista Pergolesi fortgesetzt. Ana Stanković entführte das Publikum mit „Pieta tu m´ ami“ mit phantastischen Hornklängen und technisch gekonntem Spiel in die Welt des italienischen Barocks. Die Italienreise endete mit „Pièta, Signore! “ des Bolognesers Allessandro Stradella für Sopran und Orgel. Wunderbar vorgetragen von Verena Seid und einfühlsam begleitet von Carmen Jauch an der Lenterorgel Opus 4. Zurück über die Alpen in Mitteldeutschland angekommen erwartete das Publikum ein wahres Feuerwerk an hochbarocker Musik. Mit der F-Dur Toccata (BWV 540) von Johann Sebastian Bach zeigte Carmen Jauch ihr ganzes Können an der Orgel und glänzte mit dem größten Pedalsolo in der Orgelgeschichte, mit einer grandiosen Eruption und einem wahren Feuerwerk im Solopedal, was das sachkundige Konzertpublikum mit spontanen Bravorufen und Applaus nach dem Ende der Toccata quittierte. In Lübeck angekommen erklang kraftvoll das „Magnificat primi toni“ von Dietrich Buxtehude (BuxWV 203). Mit einem phantastischen Orgelspiel, das seinesgleichen sucht und mit einer pompösen Registrierung, entführte Carmen Jauch das Konzertpublikum in die norddeutsche Frühbarockzeit mit ihrer überbordenden Lebensfreude, wobei Carmen Jauch die Leiterorgel nah an ihre Grenze führte. Der Musikreise endete schließlich in Irland mit den zeitgenössischen „Four Irisch Songs“ mit den Sätzen: „Lovely Jimmie, „Poor Auld Ass“, „Loveley Armoy“ und „Linking O` er The Lea“ für Sopran Horn und Orgel. Dabei entlockte Ana Stanković mit viel Witz, passend zum Liedtext, gekonnt ungewohnte „schräge Töne“ aus ihrem Horn, während Verena Seid stimmlich mit verschmitztem Gesichtsausdruck und passender Körperstraße den Liedtext klasse interpretierte. Nicht zuletzt gelang es Carmen Jauch, mit einer raffinierten Orgelregistrierung ihrerseits dem Liedtext mit ihrem spitzbübischen Orgelspiel den passenden musikalischen Ausdruck zu verleihen. Als die letzten Töne verklungen waren dankte das begeisterte Konzertpublikum dem Kammermusiktrio SOHA spontan mit Standing Ovations und langem, nicht enden wollenden, frenetischen Applaus für ein Konzert der Extraklasse, so dass die drei Künstlerinnen nicht umhin kamen eine Zugabe zu geben, was sie gerne taten.
Empfindsamkeit vom Barock zur Romantik
Am 12. September 2021präsentierten beim 102. Konzert des Heidelsheimer Orgelforums die Flötistin Sonja Kanno-Landoll, begleitet vom Organisten Thilo Strauß Werke von Johann Sebastian und Carl Philipp Emanuel Bach, von Wolfgang Amadeus Mozart, Johann Chr. Heinrich Rinck und Christian Kittel. Sonja Kanno Landoll studierte Querflöte und Musikerziehung an der Hochschule Saarbrücken und alte Musik im Hauptfach Traversflöte am Musikkonservatorium in Nürnberg. Sie ist freiberufliche Musikpädagogin und musiziert regelmäßig beim Akademischen Orchester Freiburg als Solistin. Thilo Srauß studierte Kirchenmusik an der Musikhochschule in Rottenburg. Er ist hauptamtlicher Kantor der Seelsorgeeinheit Lahr und ist Lehrbeauftragter der Erzdiözese Freiburg.
Musikalisches Freudenfest nach Corona Pause
Mit spontanem Applaus bestätigte das Konzertpublikum die Wiedersehensfreude, die Thomas Neu bei seiner Begrüßung zum 101. Konzert am 25. Juli 2021 ausdrückte.
Die junge aus Rußland stammende Konzertorganistin Antonina Krymova ließ den Konzertabend zu einem musikalischen Freudenfest werden. Mit dem Präludium und Fuge h-moll, BWV 544 von Johann Sebastian Bach, der 2. Sonate c-moll , op. 65/2 von Felix Mendelssohn Bartholdy, daem Präludium G-Dur von Nicolaus Bruhns sowie Werken von Vincent Lübeck und Heinrich Scheidemann zeigte sie ihre meisterhafte Virtuosität und entlockte mit geschickter Registrierung der Lenter Orgel ein Tonfeuerwerk. Das Konzertpublikum bedankte sich mit lang anhaltendem stehenden Applaus. Endlich konnten die Zuhörerinnen und Zuhörer wieder Orgelmusik live in unserer schönen Pfarrkirche erleben.
Zum Jubiläum erklingt Bach
100. Konzert des Heidelsheimer Orgelforums in der Kirche St. Maria
Eine feste Größe in der hiesigen Kulturlandschaft ist das Heidelsheimer Orgelforum. Im Jahr 2009, nachdem die neue Lenter-Orgel geweiht wurde, begannen regelmäßige Konzerte an dem Instrument in der katholischen Kirche St. Maria in Heidelsheim.
Am Sonntag konnten die Veranstalter nun ein rundes Jubiläum feiern. Das 100. Konzert wurde von Slobodan Jovanovic an der Orgel und am Cembalo gestaltet. Das in Italien entstandene Instrument hatte seine Blütezeit zwischen dem 15. und 18. Jahrhundert. Johann Sebastian Bach komponierte viel für Cembalo, und so erklang am Sonntag auch viel Bach. Das „Präludium in c-Moll“ und das „Adagio in G-Dur“ stimmten die Zuhörer auf den warmen und hellen Klang des Instrumentes ein. Ein bedeutendes Meisterwerk schuf Bach mit der „Chromatischen Fantasie und Fuge in d-Moll“. Slobodan Jovanovic überzeugte hier mit einer virtuosen Ausführung. Schnelle Läufe und gebrochene Akkorde zu Beginn ließen, dank außergewöhnlich präziser Spielweise, das Stück zum Hörgenuss werden. Ebenso wie die exakt artikulierte Fuge, die einmal quer durch alle Tonarten geführt wird. Auch an der Orgel begeisterte lobodan Jovanovic sogar mit einer Uraufführung. Die Komposition „High and Low of the Aeronautical Feather“ beschrieb in rhythmischen Motiven im Wechsel mit zum Teil disharmonischen Sequenzen das Schweben einer Feder im Wind. Einen musikalischen Blumenstrauß bot ein Auszug aus Frescobaldis „Fiori musicali“. Stimmig erklangen die 3 liturgischen Werke aus einer Sonntagsmesse dank passender Registrierung an der Lenter Orgel. Verspielt kam anschließend die „Toccata nona“, ebenfalls von Frescobaldi auf dem Cembalo daher, ehe der Abend mit Johann Sebastian Bachs „Italienischem Konzert in F-Dur“ zu Ende ging. Einem wunderbar interpretierten ersten Satz mit bekannter Melodie, folgte das ruhige „Andante“, welches Jovanovics Kunstfertigkeit am Instrument hervorhob. Das präzise „Presto“ rundete den Hörgenuss ab, ehe das Publikum reichlichen Applaus spendierte. Alle waren sich einig, dass das 100. Konzert ein voller Erfolg war. Solche Konzertreihen können allerdings nur stattfinden, wenn sich Leute dafür engagieren. So gab es stellvertretend vom Pfarrgemeinderat einen großen Dank an Andreas Konigorski und Thomas Neu, die seit Beginn an für die Organisation des Heidelsheimer Orgelforums zuständig sind. Nach einem Applaus bekräftigte Thomas Neu auch die Zuhörer, weiterhin fleißig die Konzerte zu besuchen. Schließlich gehe man jetzt auf das 200. zu.
Markus Wittig (BNN)
Zum Ferienende
Am Sonntag, 13.September 2020 begeisterte die Organistin und Musikpädagogin Barbara Ludwig beim 99. Konzert des Heidelsheimer Orgelforums das Publikum mit außergewöhnlichen Werken wie „Grote God Suite“ von Grimoaldo Macchia, „Ein feste Burg ist unser Gott“ op.46 von Karl – Peter, die „Chilla Suite romantique“ von Denis Bédard, „Danke“ von Susanne Kugelmeier und sowie Werken anderer zeitgenössischen Komponisten.
Zum 335. Geburtstag Johann Sebastian Bachs
zum 335. Geburtstag Johann Sebastian Bachs hatte die junge in Nischnij Nowgorod (Russland) geborene Konzertorganistin Maria Mokhova für das im März 2020 vorgesehene Konzert ein ein Geburtstagsprogramm mit anspruchsvollen Bachwerken wie die „Toccata, Adagio und Fuge C-Dur, BWV 564”, die “Toccata und Fuge d-moll, BWV 565”, und das “Concerto d-moll (nach Vivaldi), BWV 596” zusammengestellt. Leider konnte das Konzert im März aufgrund der Corona Pandemie nicht stattfinden. Mit großer Freude konnte Thomas Neu am 26. Juli die Konzertbesucher zu dem am 26. Juli 2020 nachgeholten Konzert begrüßen. Maria Mokhova stellte dabei erneut ihre herausragende Virtuosität unter Beweis. Das begeisterte Konzertpublikum würdigte das überagende Musikerlebnis mit lang anhaltemdem stehendem Applaus.
Konzertorganistin Maria Mokhova
Konzertorganist Rudolf Peter präsentiert in Heidelsheim vor 60 Zuhörern Klassiker und eigene Bearbeitungen
Ein ganz besonderes Ereignis sollte es eigentlich werden: Im zwölften Jahr der Konzertreihe „Heidelsheimer Orgelforum“ stand Konzert Nummer 100 auf dem Programm. Diesem Vorhaben machte jedoch die aktuelle Corona-Pandemie einen Strich durch die Rechnung. Thomas Neu und Andreas Konigorski, die das Orgelforum vor zwölf Jahren nach der Weihe der damals nagelneuen Lenter-Orgel „Opus 4“ durch Dekan Wolfram Stockinger ins Leben gerufen hatten, engagierten nun den Organisten Rudolf Peter aus Landau. Peter, der am Sonntag bereits zum dritten Mal in Heidelsheim spielte, studierte zuerst Kirchenmusik in Karlsruhe und Stuttgart und anschließend Orgel in Frankfurt bei Martin Sander, wo er auch sein Konzertexamen ablegte. Er gilt als einer der besten Konzertorganisten im Südwesten Deutschlands und hat sich auch mit zwei bestens beachteten CD-Einspielungen einen Namen gemacht. So wurde dann das Konzert Nummer 97, wie Andreas Konigorski in seiner Anmoderation bemerkte, zu einer Präsentation von einzigartigen Rudolf-Peter-Bearbeitungen und einer echten Premiere in der Heidelsheimer Kirche auf der Lenter-Orgel. Das Programm umspannte den Zeitraum von Barock bis Klassizismus. Bach machte den Anfang mit einer kraftvollen und intensiven Interpretation des „Präludium und Fuge in G-Dur, BWV
541“. Bereits hier konnte er die Möglichkeiten, die die einzigartige Orgel bietet, dem durch die Corona-Beschränkungen auf 60 Besucher reduzierten Publikum präsentieren. Im Abschluss ging er über zum französischen Barock, zwei wunderbare Werke des genialen Jean Phillipe Rameau folgten. Strahlende Klänge bei der „Chaconne“ aus „Les Indes galantes“ und zarte Flötenklänge auf der feinen Orgel beim „Menuets sur les Flutes“ aus „Castor und Pollux“ – sicher ein Höhepunkt des Abends. Danach kam dann aber eine eigene Bearbeitung von Rudolf Peter zur Aufführung.Mozarts „Kleine Nachtmusik“ hat er extra für Orgel arrangiert und umgesetzt und alle vier Sätze dieses bekannten und beliebten Werkes brachte er zur Aufführung. Spannend war die Umsetzung der Serenade, man konnte den Eindruck gewinnen, Mozart hätte sie für die Orgel komponiert, stimmig und überzeugend klang das geniale Stück auch auf diesem Instrument. Zum Abschluss des Programmes als Zugabe präsentierte Rudolf als Premiere das „Finale aus der 6. Sinfonie“ des französischen klassizistischen Orgelvirtuosen Charles-Marie Widor. Beeindruckend
monumental, aber für die Aufführung dieser Komposition scheint doch eher eine größere Orgel besser geeignet zu sein. Die Lenter-Orgel jedenfalls kam an ihre Grenzen.
Thomas von Haefen
Konzertorganist Rudolf Peter
Orgelklänge zur Faschingszeit
Inspiriert vom Brexit führte der Organist, Musikpädagoge und Chorleiter Patrick Wippel am 16. Februar 2020 die Konzertbesucher auf eine Rundreise durch die musikalische Landschaft Großbritaniens. Die vom Publikum im Losverfahren festgelegten Kompositionen wurden von Patrick Wippel charmant und humorvoll kommentiert und an der Orgel meisterhaft interpretiert.
Das zahlreich erschienene Publikum zeigte seine Begeisterung mit lange anhaltendem Applaus.
Noëls - Weihnachtsfantasien
Am ersten Weihnachtsfeiertag 2019 lud das Heidelsheimer Orgelforum, wie in jedem Jahr, in die festlich illuminierte und weihnachtlich geschmückte kath. Pfarrkirche St. Maria Heidelsheim zu einem weihnachtlich Orgelkonzert mit dem Leitmotiv „Weihnachtsfantasien“ ein. Die bekannte Organistin der Bruchsaler Lutherkirche und Musikpädagogin Barbara Ludwig hatte hierfür Orgelstücke ausgewählt, die Weihnachten musikalisch aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Dabei erklangen zum Teil bekannte und weniger bekannte Werke von Alexandre Guilmant, Max Gulbins, Denis Bédard Charles Callahan und Luigi Mengoni.
Konzert zum Ewigkeitssonntag und Christkönigsfest
Am Sonntag, den 24. November 2019 erklangen im Rahmen der 11.Konzertreihe des Heidelsheimer Orgelforums Werke für Orgel und Blechbläser sowie geistliche Gesänge. Der Organist der evangelischen Stadtkirche Heidelsheim, Rolf Hammann, und die studierte Hornistin und Musikpädagogin Anja Krüger vom evangelischen Posaunenchor Heidelsheim,gestalteten den Konzertabend mit einer vielfältigen Auswahl von Werken für Orgel und Blechbläser aus verschiedenen Musikepochen sowie Liedvorträgen von Thomas Neu und Andreas Konigorski.
Anja Krüger und Rolf Hammann
Ein Orgelkonzert mit Michael A. Müller
am 20. Oktober 2019 gestaltete Michael A. Müller, Kirchenmusiker und Musikpädagoge aus Leimen ein Orgelkonzert mit Werken von
Johann Sebastian Bach und Josef Gabriel Rheinberger sowie eigene Kompositionen.
Michael Müller absolvierte seine Ausbildung für evangelische Kirchenmusik an der ev. Hochschule für Kirchenmusik in
Heidelberg bei Christoph Schoener und Horst Hempel. Neben der praktischen Tätigkeit als Kirchenmusiker und der
pädagogischen Arbeit in Leimen bildet das Konzertieren im In- und Ausland einen wesentlichen Bestandteil seines
Schaffens. 2015 wurde er mit dem Titel „Kantor ehrenhalber“ von der badischen Landeskirche geehrt.
Glasklar und ausdrucksstark
Das Duo Esther und Johannes Sieber überzeugt beim Orgelforum Heidelsheim
Ein Heimspiel war es für Esther und Johannes Sieber am Sonntagabend in der katholischen Pfarrkirche in Heidelsheim. Im Rahmen des Heidelsheimer Orgelforums brachten die beiden,in der Gemeinde tätigen Musiker, Orgelwerke und Gebetsvertonungen aus verschiedenen Musikepochen zu Gehör. Johannes Sieber eröffnete mit einem gut gespielten „Präludium und Fuge c-Moll“, von Bach, klar registriert und angemessen im Tempo. Camille Saint-Saëns vertonte zwei „Ave Maria“ in verschiedenen Tonarten, sowie „O salutaris hostia“, das von Esther Sieber mit einfühlsamer Sopranstimme vorgetragen wurde.Für eine Singstimme und Orgel komponierte der Italiener Ludovico Grossi da Viadana im Jahr 1609 die „Missa Dominicalis“. Esther Sieber überzeugte auch hierbei mit glasklarer und ausdrucksstarker Stimme, die von Johannes Sieber behutsam begleitet wurde. Der setzte an der Orgel hierfür das Streicherregister „Violdigamb“ ein, das dem Klang eines Cellos sehr nahe kommt. Nach der akzentuiert und leise gehaltenen „Fuge C-Dur“ von Dietrich Buxtehude, beeindruckte Esther Sieber mit zwei weiteren Vertonungen. „Notre Père“ von Maurice Duruflé und „Pie Jesu“ von Gabriel Fauré wurden dank reiner Interpretation wieder zum Hörgenuss. Gekonnt schmückte sie auch Franz Lachners „Ave Maria“ kräftig und gefühlvoll aus und begeisterte auch die musikalischen Vorhalte mit Bravour. Johannes Sieber beendete den hervorragenden Konzertabend in der Pfarrkirche Heidelsheim mit der rhythmischen „Toccata F-Dur“ von
Dietrich Buxtehude, die er routiniert und präzise interpretierte. Mit reichlichem Applaus bedankten sich die zahlreich erschienenen Zuhörer für das grandiose Konzerterlebnis.
Markus Wittig; Bruchsaler Rundschau am 18.09.2019
Johannes und Esther Sieber
Orgelsommer mit deutschen und russischen Klängen
Am 28.Juli 2019 begeisterte die die junge in Nischnij Nowgorod (Russland) geborene Konzertorganistin und mehrfache Preisträgerin Maria Mokhova das Konzertpublikum mit Kompositionen von Bach, Mendelssohn, Ljapunow, Schostakowitsch. und anderen Komponisten. Maria Mokhova studierte Orgel an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main (KA) und an der Hochschule für Kirchenmusik Heidelberg und legte dort das Konzertexamen mit Auszeichnung ab. Sie gewann mittlerweile Konzertpreise in Prag, Rom, in Charters St. Albans und Nürnberg. Als Organistin und Pianistin gibt Maria Mokhova in ganz Europa Konzerte so in Russland, Deutschland, Österreich, Slowakei, Tschechien, Schweiz, Italien und Dänemark.
Jazz beim Orgelforum – eine echte Premiere
Lilo Kunkel erschließt neue Klangwelten
Bach jazzig interpretiert
Für ihr 90. Konzert seit dem Bestehen der Konzertreihe Heidelsheimer Orgelforum hatten sich die beiden Organisatoren Thomas Neu und Andreas Konigorski etwas ganz besonderes einfallen lassen, dabei gab es eine echte Premiere. So war am Sonntag Abend zum ersten mal Jazz in der Pfarrkirche St. Maria zu hören, und die einzigartige Lenter-Orgel, mit ihrem eigenen, feinen und speziellen Klangbild eigentlich eher für Barock-Musik prädestiniert, zeigte sich auch für die Interpretation von Jazz und Bossa Nova-Standards als sehr geeignet.
Als Solistin hatten die beiden die junge Würzburger Organistin Lilo Kunkel gewinnen können, die an der Hochschule für Musik Kirchenmusik und Musiktheorie studierte und dort auch als Dozentin tätig ist. Neben ihrer Lehrtätigkeit gibt sie regelmäßig Konzerte und komponiert auch Werke zum Thema „Jazz auf der Pfeifenorgel“. Daher war sie geradezu dafür prädestiniert, ihr durchaus anspruchsvolles Programm aus Kompositionen von Irving Berlin über Lionel Hampton, Michel Legrand bis hin zum brasilianischen Bossa Nova-Schöpfer Carlos Jobim auf der kleinen Pfeifenorgel zu präsentieren – und es funktionierte sehr gut. Die vielen Zuhörer, die trotz der schier unerträglichen Temperaturen den Weg in die Kirche gefunden hatten, waren sich dieses Experimentes bewusst. Teilweise waren es Freunde der klassischen Orgelmusik, die man dort schon oft gesehen hatte, aber auch viele neue Zuhörer, um sich diese „andere“ Klangwelt zu erschließen.
Und Lilo Kunkel konnte diese Erwartungen auch weitestgehend erfüllen, spielte sie doch mit „Sunny“, „The Girl From Ipanema“ und „Place in Paris“ exponierte Stücke der entsprechenden Komponisten und dieses in einer sehr differenzierten und schon fast „klassischen“ Weise und erschloss somit den Zuhörern einen Zugang zu Stücken, die diese entweder noch gar nicht oder zumindest nicht in dieser Art der Interpretation kannten.
Jazz auf einer Kirchenorgel ist somit sicherlich eine Interpretationsmöglichkeit, die eher speziell ist, da die Möglichkeiten der freieren Improvisation doch eher begrenzt erschien oder vielleicht auch von der Interpretin nicht bewusst gewählt wurde.
So kamen doch einige Stücke eher konventionell und sehr kontrolliert rüber und ließen die Spontanität bei der Improvisation vermissen, wie man sie teilweise von anderen renommierten Interpreten dieses Genres kennt, die dann allerdings als Instrument eher auf eine Hammond-Orgel zurückgreifen. Und so war es denn als Zugabe auch die „Badinerie“ von Bach, die in einer vorsichtig jazzigen Art und Weise interpretiert, den größten emotionalen Eindruck hinterließ.
Th. von Haefen; BNN vom 02.7.2019
Osterfreude mit Orgel und Fagott
Am Ostersonntag, 21. April 2019 gestaltete die weit über Bruchsal hinaus bekannte
Organistin der Bruchsaler Lutherkirche und Musikpädagogin Barbara Ludwig zusammen mit Ihrem Sohn Sebastian
Ludwig Di Salvatore, Master für Fagott, ein Konzert mit dem Titel „Osterfreude“.Zu hören waren Werke von J.G.
Rheinberger, J.D.Payne, I. Moscheles, N.-J. Lemmens und anderen Komponisten.
10jähriges Bestehen des Heidelsheimer Orgelforums
Andreas Konigorski, Anja Krüger, Barbara Ludwig, Johannes Sieber, Rolf Hammann, Thomas Neu
„10 Jahre Heidelsheimer Orgelforum – 10 Jahre Orgelweihe“,
zu diesem Ereignis hatten sich am Sonntag 10. März 2019 neben vielen Orgelmusikliebhabern und anderen Musikinteressierten auch Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick in der katholischen Pfarrkirche St. Maria in Heidelsheim eingefunden, die Grußworte überbrachte. Thomas Neu und Andreas Konigorski, die das Orgelforum vor zehn Jahren nach der Weihe der damals nagelneuen Lenter-Orgel „Opus 4“ ins Leben gerufen hatten, erinnerten an die Gründungsphase. So hatten sie sich seinerzeit zwei Ziele gesetzt, zum einen „dafür Sorge zu tragen, dass die neue Orgel bei den Gottesdiensten und anderen sakralen Anlässen Anklang finde und zum zweiten, das die Orgel auch im Rahmen von Konzerten vielfältig genutzt werde“. Vom ersten Tag an wurde die Orgel von den Gottesdienstbesuchern und Organisten bestens angenommen wegen ihrer exzellent abgestimmten Register und ihres wunderbaren Klanges, das erste Ziel wurde somit schnell voll erreicht. Das weite schien schwerer erreichbar zu sein, man hatte keine Erfahrung mit der Ausrichtung von Orgelkonzerten, und wusste auch nicht, ob man genug Publikum für Orgelkonzerte gewinnen könnte. Das Gegenteil war der Fall, berichten die Initiatoren: In den vergangenen zehn Jahren habe man es auf 87 Konzerte mit mehr als 7 000 Besuchern gebracht. Dafür seien viele noch unbekannte, aber auch schon renommierte Organisten gewonnen worden – und das Orgelforum bot ihnen eine Plattform, ihr Können unter Beweis zu stellen. Drei von diesen waren beim kleinen „Jubiläumskonzert“ dabei, um das wirklich abwechslungsreiche und interessante Programm entweder solistisch oder begleitend zu gestalten. Den Anfang machte Barbara Ludwig, Organistin an der Bruchsaler Lutherkirche, mit einer modernen, schon fast poppigen Bearbeitung des Kirchenliedes „Nun danket alle Gott“, das dann zum Schluss des Konzertes noch einmal, dann in der O riginalfassung gespielt und von den Besuchern mitgesungen wurde. Beschwingt und jazzig blieb es bei ihr mit der „Toccata jazzica“ von Johannes Michel, bis Rolf Hammann, Organist der eangelischen Stadtkirche Heidelsheim, und Anja Krüger am Horn mit Corellis „Sarabande“ ein barockes Kontrastprogramm einleiteten. Der wunderbar warme Ton des Horns und die dezente, leise Orgelbegleitung sorgten für eine ruhige, emotionale Atmosphäre, die auch bei den nachfolgenden Liedbeiträgen anhielt. Thomas Neu und Andreas Konigorski, Tenor und Bass, ließen es sich nicht nehmen, bei diesem Konzert selber zu singen, und überzeugten besonders bei Bachs „Der lieben Sonne Licht und Pracht“ mit ihren kraftvollen und strahlenden Stimmen. Das letzte Drittel des Konzertes gestaltete dann Johannes Sieber, „Hausorganist“ an der Lenter-Orgel. Max Regers schwermütiges Choralvorspiel „Lobe den Herrn“ und Franz Liszts „Consolation Nr 3 in Des-Dur“ bildeten den spätromantischen Abschluss. Das Publikum war begeistert.
Thomas von Haefen
Andreas Konigorski, Thomas Neu, Rolf Hammann
Die heitere Königin Teil II
Nach dem großen Erfolg beim Faschingskonzert im Februar 2018 präsentierte Patrick Wippel m 0. Februar 2019 den Teil II der heiteren Königin mit humorvollen ungewohnten Werken auf der Kirchenorgel. Wer es bis dahin noch nicht wusste, konnte feststellen, dass Patrick Wippel nicht ur ein ausgezeichneter Organist ist,sondern einen Konzertabend auch professionell und humorvoll moderieren kann.
Patrick Wippel ; Thomas Neu
„Sehr anspruchsvolles Orgelkonzert zum Jahresabschluss 2018 in der Pfarrkirche St. Maria
Das Jahresabschlusskonzert 2018 der 10. Konzertreihe des Heidelsheimer Orgelforums bot seinen fast 100 Gästen ein sehr anspruchsvolles Programm, das für einige doch auch etwas schwer zu verdauen war. Hinter dem doch eigentlich sehr freundlich nettem Motto „O kommet doch all“, dass eher an leichtere Kost wie „Ihr kinderlein kommet“ erinnerte und das dann später auch noch anders als erwartet im Programm vorkam, versteckten sich fast ausschließlich Kompositionen des 20. Jhh bzw. zeitgenössischer Komponisten. Diese setzten sich zwar alle mit dem Thema „Weihnacht“ auseinander, aber eben nicht in der sonst so gewöhnten und gewünschten harmonischen Art und Weise, sondern mit mehr oder weniger scharfen Zwischentönen und Melodielinien, die man durchaus als schrill oder provokant bezeichnen kann. Um dieses entsprechend zu realisieren hatte die bekannte Organistin der Bruchsaler Lutherkirche und Musikpädagogin Barbara Ludwig Werke für Orgel und Fagott ausgesucht, die sie zusammen mit ihrem Sohn Sebastian Ludwig Di Salvatore, Master für Fagott an der Musikhochschule Lübeck, durchaus festlich präsentierte. Bei all den ungewohnten Klängen und Harmonien brachte aber die ungewöhnliche Klangkombination des tiefen und sehr klangvollen Fagottes mit den verzaubernden Klängen der Orgel eine bestimmte Ruhe und Wärme in die Aufführung zurück. Den Anfang machte ein Stück des 1982 geborenen amerikanischen Organisten und Komponisten Carson Cooman, bekannt für seine vielseitigen Kompositionen und Orgelaufführungen. Zu Beginn war das Fagott unterstützt von den Pedalen noch dabei, dann ging es in ein reines Orgelsolo über, mit mächtigen Bässen und wuchtigem Pedalspiel und einer interessanten Harmonik. Dann ging es einmal zurück in das 19.Jahrhundert zu einem Werk des wohl bedeutendsten Fagottisten seiner Zeit, Eugène Jancourt, der am Pariser Konservatorium lehrte. Das romantische, melodiöse Stück „Nocturne d´après John Field“ zeigte die gesamten klanglichen Möglichkeiten des Fagotts auf, wobei die ruhigen Melodiebögen und teilweise schnellem Läufe bis in den Klangebereich einer Oboe zu reichen schienen, von Sebastian Ludwig Di Salvatore meisterhaft interpretiert. Im Anschluss ging es wieder zurück in die Gegenwart, Variationen über Motive aus „Stille Nacht“ wurden in Gunter Kennel´s Notturno aus „Sonatina de Natividade“ von Barbare Ludwig sehr warm registriert und mit perfektem Spiel auf der kleinen Lenter-Orgel präsentiert. Danach gab es noch das beeindruckende „Sicilienne et Allegro Giocoso“ des französischen Dirigenten und Komponisten Gabriel Grovlez. Das Werk mit stark neo-klassizistischen Einflüssen, ein wenig schon von der Moderne spürbar, aber dennoch zeitlos, wurde geprägt von den kraftvollen Läufen und dem staccato-haften Spiel des Fagotts, sicher einer der Höhepunkte des Abend. Als Zugabe gab es noch eine moderne Version von „Oh du fröhliche“, das Lied wurde dann auf der Basis der bekannten Harmonien zum Abschluss des Abends von allen gemeinsam gespielt und gesungen. (Thomas von Haefen)
Musik zum Christkönigsfest und Ewigkeitssonntag 2018
mit einer abwechslungsreichen Auswahl an Werken für Orgel und Horn sowie geistlichen Gesängen gestalteten die Hornistin Anja Krüger und der Organist der Evangelischen Stadtkirche Heidelsheim, Rolf Hammann gemeinsam mit den beiden Sängern Thomas Neu und Andreas Konigorski einen Konzertabend, der den Zuhörern eine Stunde der Entspannung im Hier und Jetzt schenkte. Das Konzertpublikum bedankte sich für den wunderbaren Konzertabend mit anhaltendem Applaus.
Programm auf höchstem Niveau
83. Konzert des Orgelforums am 14. Okt. 2018 ist wieder ein großer Erfolg
Die steigenden Besucherzahlen bei den monatlichen Konzerten des Heidelsheimer Orgelforum sind ein eindeutiger Beleg dafür, dass das Konzept von Thomas Neu und Andreas Konigorski, die katholische Pfarrkirche St. Maria in Heidelsheim mit ihrer Lenter-Orgel für eine exquisite Konzertreihe anzubieten, aufgegangen ist. Nicht nur Kenner der Materie sind längst zu Stammgästen geworden, auch Liebhaber von sakraler und populärer Orgelmusik kommen regelmäßig. Und auch die knapp 70 Besucher waren nach dem Konzert sicher, wieder die richtige Wahl getroffen zu haben. Zum Konzert eingeladen war die junge Ioanna Solomonidou, in Almaty, Kasachstan geboren und in Griechenland aufgewachsen. Als Teil einer Musikerfamilie großgeworden, kam sie schon früh mit Musik in Berührung. Die begann mit dem Klavierstudium, bis sie ihrer Vorliebe für die Orgelmusik folgte und ihr Orgelstudium in ihrer Geburtsstadt Almaty wieder aufnahm. Im Anschluss wechselte sie nach Deutschland, dem Land mit der größten Orgeltradition, wo sie ab 2011 an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart studierte. Sie ist mehrfache internationale Preisträgerin und gibt allein in diesem Jahr in Deutschland 45 Konzerte, und eines davon führte sie nach Heidelsheim. Dort präsentierte sie ein „schweres“ und sehr anspruchsvolles Programm, dass hohe Konzentration vom Zuhörer erwartete und nur Werke von J. S. Bach und Felix Mendelssohn Bartholdy beinhaltete. Bachs Praeludium und Fuge in E-Dur, 1707 in Lübeck entstanden, machte den Anfang. Das mächtige Praeludium wurde von ihr sehr wuchtig gespielt und entfaltete sofort seine ganze Pracht, die im Stil von Buxtehude komponierte Fuge folgte sehr musikalisch mit interessanten harmonischen Wendungen bis zum fulminanten Tokkatenschluss. Anders dann die folgende Sonate No. 2 in c-Moll von Mendelssohn. 1845 veröffentlicht, bietet sie zwar auch ein mächtiges, festliches Praeludium, aber die langsamen Sätze haben eher liedartigen Charakter und zeigen Mendelssohns eigenen Stil, obwohl er bei seinem Orgelwerk auch stark in der Bachschen Tradition steht. Mit der Tokkata und Fuge in D-Moll von Bach folgte dann wohl das bekannteste Orgelwerk Europas schlechthin, das die Solistin bei dem Praeludium mit den mächtigen Akkorden und schnellen Läufen und der Fuge mit ihren charakteristischen zweistimmigen Themen meisterhaft dynamisch und rhythmisch präsentierte. Zweimal gab es noch den Wechsel von Bach zu Mendelssohn, immer wieder auf höchstem Niveau. Erst bei der Zugabe, einem Tango aus dem Orgelwerk des zeitgenössischen Hamburger Komponisten Andreas Willscher, konnte das Publikum schließlich entspannter zuhören.
Thomas von Haefen , Bruchsaler Rundschau v. 16.10.2018
Panis Angelicus
Esther und Johannes Sieber begeisterten beim 82. Konzert des Heidelsheimer Orgelforums am 16. September 2018 mit Werken, die die Zuhörer musikalisch durch die Liturgie führten. Mit ihrer feinen einfühlsamen Sopranstimme interpretierte Esther Sieber meisterhaft das von Josef Gabriel Rheinberger in der Missa puerorum RhWV op. 62 vertonte Ordinarium sowie das Laudate Dominum von Wolfgang Amadeus Mozart und das Panis Angelicus von Cesar Frack, das dem Konzert seinen Titel gab.
Johannes Sieber stellte mit einer Auswahl äußerst anspruchsvoller Werke von Johann Sebastian Bach, Dieterich Buxtehude und Camille Saint-Saëns seine überragende Virtuosität an der Orgel unter Beweis. Den krönenden Abschluss fand der vom Publikum mit anhaltendem Applaus honorierte Konzertabend mit dem Orgelwerk Litanies des französischen Komponisten Jehan Alain. Ein außergewöhnliches Werk, das Johannes Sieber zu einem unvergesslichen Hörerlebnis werden lies.
Werktreue schafft Hörgenuss
Russische Musikerinnen überzeugen beim Heidelsheimer Orgelforum
Das 80. Konzert des Heidelsheimer Orgelforums im Juni 2018 war ein Highlight, und so waren bei einigen Besuchern die Erwartungen hoch, was jetzt noch kommen könne. Aber sie und alle anderen erscheinenden Besucher wurden nicht enttäuscht beim Konzert am Sonntag. Es gab ein Programm, das die „Werktreue“ in den Mittelpunkt stellte und damit wieder Interpretationen
auf höchstem Niveau garantierte. Zwei junge russische Musikerinnen waren eingeladen – die eine in der Region schon bestens bekannt, die andere ist derzeit mit ihr zu Konzerten unterwegs:
Maria Mokhova, in Nischnij Nowgorod geboren, begann im Alter von sechs Jahren das Klavierspiel, mit elf mit der Orgel und studierte in ihrer Heimatstadt beide Instrumente. Sie schloss das Studium mit Auszeichnung ab. Nach weiteren Studienjahren in Frankfurt kam sie nach Heidelberg, wo Sie ihr Kirchenmusikexamen ablegte. Sie ist mehrfache Orgelpreisträgerin und bildet als Dozentin an der Hochschule für Musik Heidelberg Musikstudierende im Fach Orgel aus. Als Partnerin hatte sie die Kirover Flötistin Ekatherina Tugarinova gewonnen. Diese studierte am Moskauer
Tschaikovsky- Konservatorium Flöte und erweiterte am Mozarteum Salzburg ihre Ausbildung. Auch sie ist Preisträgerin vieler internationaler Musikwettbewerbe. „Zauberklänge aus Luft und Wind“
nannten sie ihr Programm, das im Barock beginnend bis zur Spätromantik führte. Den Anfang machte die Sinfonia aus der Kantate Nr. 29 von Johann Sebastian Bach, einer Bearbeitung des
Preludio aus Bachs Partita E-Dur für Violine, bei der Maria Mokhova gleich zeigte, was für sie bei ihrem Spiel wichtig war, Zurückhaltung bei der Interpretation, aber gleichzeitig absolute Perfektion
bei Rhythmik, Phrasierung, Pedalspiel und gelungener Registrierung. So wurde der Bach zu einem echten Genuss, wie auch die anschließende Sonate für Flöte und Basso Continuo, ebenfalls von Bach, Ekaterina Tugarinova mit absolut warmem, runden Ton, in der Darbietung auch eher zurückhaltend, aber dennoch kraftvoll, von der Orgel einfühlsam begleitet. Diese eher dezente, auf exakte technische Ausführung bedachte Interpretation zog sich durch das Programm und verleitete das Publikum zu konzentriertem Zuhören und Genuss. Das „Andante“ für Flöte und Orgel
von Wolfgang Amadeus Mozart war ebenfalls von Qualität. Auch hier stand der schöne Ton im Vordergrund, besonders bei der abschließenden, kurzen virtuos gespielten Flötenkadenz. Ein musikalischer Leckerbissen erwartete die Besucher zum Schluss des Konzertes, die „Fantasie Brillante“ über Themen aus Georges Bizets Oper „Carmen“ des französischen Flötisten und Komponisten Francois Borne, bei dem beide Musikerinnen, aber speziell die Flöte mit virtuosen Läufen, echten Spannungsbögen und filigranen Figuren zu brillieren wusste. Der Abend war ein Genuss, der Konzertreihe bleibt bei diesem Niveau noch mehr Bekanntheit zu wünschen.
Thomas von Haefen , Bruchsaler Rundschau v. 25.07.2018
Schlicht den Atem geraubt
Marina Vyayzya ausSt.Petersburg bot Fulminantes an der Lenter-Orgel in Heidelsheim
Die einheitliche Meinung der Besucher lautete „so etwas Herausragendes und Besonderes habenwirnochniegehört“.Verantwortlich für die Begeisterung zeichneten Andreas Konigorski und Thomas Neu, die die junge russische Organistin Marina Vyayzaya aus St. Petersberg zum Spiel an der Lenter-Orgel eingeladen hatten. Der Kontakt war über eine befreundete Organistin zustande gekommen. Marina Vyayzaya, geboren in St. Petersburg als Tochter einer russischen Mutter und eines finnischen Vaters, einer „Kombination“, die sie sowohl bei ihrer Ausbildung wie ihrer musikalischen Laufbahn stets beeinflusste, kam erst mit 13 Jahren zur Orgel, nachdem sie zuvor bereits Klavier und Cembalo gelernt hatte. Ihr Orgelstudium absolvierte sie mit Auszeichnung am Konservatorium ihrer Heimatstadt und der Sibelius-Akademie in Helsinki, der größten Musikhochschule Skandinaviens und einer der bedeutendsten Institute Europas. Zurzeit arbeitet sie als Organistin an der St. Maria Kathedrale in St. Petersburg sowie als Lehrerin und konzertiert immer wieder europaweit. Nach Bruchsal brachte sie ein fantastisches Programm mit, beginnend mit einer fulminanten Darbietung von Bach’s Toccata und Fuge in F-Dur, BWV 540, das den Zuhörern schlicht den Atem raubte. Der einführende Kanon zur Toccata, mit der wechselnden Melodieführung der Hände, und besonders den wie improvisiert wirkenden Pedalsoli von immenser Ausdruckskraft und äußerster Präzision und Inspiration, verzauberten das Publikum. Es folgten drei ungewöhnliche, selten gespielte Stücke spätromantischer finnischer Komponisten, von denen besonders die „Passacaglia Opus 80“ von Oskar Merikanto herauszuheben ist. Bei dieser interpretierte Vyayzaya diese ursprüngliche Tanzform des Barock auf höchsten technischem Niveau in ihrer finnischen Ausprägung und rhythmisch sowohl bei der Ostinatobegleitung als auch bei den schwindelerregenden Melodiekaskaden in präziser Perfektion. Um das Publikum zurück in normale Sphären zu führen, schloss sie drei Stücke russischer Komponisten an. Hierbei zeigten sich die zwei Seelen ihrer Brust. Zum Abschluss setzte sie als Zugabe den Schwan aus „Der Karneval der Tiere“ von Camille Saint-Saens, einen beschwingten Schlusspunkt unter ein einzigartiges Orgelkonzert. Die herausragenden Musikerin wurde mit stehendem Applaus gefeiert.
BNN vom 12.06.2018
Thomas von Haefen
Mit Orgelklängen in den Frühling
Auf Einladung des Heidelsheimer Orgelforums gab der international bekannte Mailänder Organist, Musikwissenschaftler und Spezialist für Barockmusik, Paolo Springhetti, am Sonntag, 6. Mai, um 19 Uhr in der kath. Pfarrkirche St. Maria Heidelsheim auf der Lenter-Orgel Opus 4 ein außergewöhnliches Barockkonzert. Der in Meran geborene Paolo Springhetti ist seit 2004 Organist an der San Basilio Kirche in Mailand und gilt als bedeutender italienischer Interpret barocker Orgelwerke. Im Konzert erklang die “Messe à l'usage des Couvents”von François Couperin, die Passacaglia in D, die Canzonetta in G und E von Dietrich Buxtehude und das mächtige Präludium in E mit Fuge von Nicolaus Bruhns. Außerdem überraschte Springetti sein Publikum mit grandiosen Orgelimprovisationen im Stil Dietrich Buxtehudes, wobei er sich außergewöhnlicher Orgelregistrierungen und kräftiger Klangfarben bediente.
Geradezu monumentale Wucht
BNN Artikel vom 3. April 2018
Anspruchsvolles Orgelkonzert zu Ostern 2018 in der Pfarrkirche St. Maria in Heidelsheim
Im Jahresprogramm der mittlerweile zehnten Konzertreihe des Heidelsheimer Orgelforums stand am Sonntag das traditionelle Osterkonzert an. Bereits zum fünften Mal wurde dieses von der Organistin der Bruchsaler Lutherkirche und Musikerzieherin an der Musik- und Kunstschule in Philippsburg, Barbara Ludwig, gestaltet. Nachdem die beiden Urheber des Heidelsheimer Orgelforums, Thomas Neu und Andreas Konigorski, die Besucher am Eingang zur Kirche mit kleinen Osterhasen charmant persönlich empfangen und danach die einleitenden Worte zur Begrüßung gesprochen hatten, übergaben sie an die Künstlerin. Barbara Ludwig ließ es sich nicht nehmen, einige Worte zu ihrem Verständnis von Ostern zu sagen und darauf bezogen die Auswahl ihres anspruchsvollen, sehr wohldurchdachten Programmes zu erläutern. Für sie gehört die Zeit der Karwoche mit zu Ostern, und folglich wählte sie für den Beginn des Konzertes drei Stücke, die die Zeit der „Trauer“ und des „Klagens“ rüberbringen sollten. Das gelang dann auch gleich mit dem einleitenden „Good-Friday-Blues“ des deutschen zeitgenösischen Kirchenmusikers Matthias Nagel sehr eindrucksvoll, der Blues als Musikstil zum Transport eines „traurigen Inhaltes“ mittels seiner speziellen Harmonik war bestens als Einstieg geeignet. Zwei Stüke der spätromantischen franzöischen Komponisten Samuel Alexandre Rousseau und Thédore Dubois, erster Orgelschüer und Dubois Musikerkollege von César Franck, schlossen sich an. In beiden Werken, einem Klagelied und einem Trauermarsch, konnte Ludwig noch einmal musikalisch die ganze Tragik des Kreuzestodes Jesu verdeutlichen. Christi Auferstehung wurde dann mit geradezu monumentaler Wucht in dem gleichnamigen Werk von Karl Hoyer präsent. Hoyer, seinerzeit Kirchenmusiker und Organist an der St. Nicolai Kirche in Leipzig, baute sein Werk unter stetiger Verwendung des „ritonus“, eines drei Ganztöne umfassenden Intervalls auf, das im Barock noch wegen seiner harmonischen Probleme „Teufelsintervall“ genannt wurde und heute noch vielen Zuhöern „Kopfschmerzen“ bereitet. Gerade deshalb war es aber perfekt geeignet, um die ganze Dramatik und Wucht der Auferstehung musikalisch umzusetzen, was Ludwig mit Hilfe von Registrant Sebastian Neu an der wunderbaren zweimanualigen, 16 Register umfassenden Lenter-Orgel perfekt gelang. Späromantisch ging es dann weiter, die ganze Freude über die Auferstehung beinhaltend, die eine letzte Grenze war überschritten und absolute Zuversicht breitet sich aus. Dieses kam auch noch einmal in den abschließnden Werken der deutschen zeitgenösischen Komponisten Johannes Michel und Thomas Riegler zum Ausdruck, zum einen als beschwingter Tango, als Zugabe in Form eines „Osterwalzers“, der die Zuhöer in einen leider verregneten Ostersonntagabend entließ den sie aber auf Einladung der Veranstalters mit einem kleinen Sektumtrunk bei Gesprächen über das anregende Konzert ausklingen lassen konnten.
Thomas von Haefen
Barbara Ludwig
Klänge wie Vogelstimmen
die studierten Flötistinnen Ulrike Wettach-Weidemaier (Blockflöten) und Sonja Kanno-Landoll (Querflöte, Traversflöte, Piccoloföte) ließen am 4. März 2018 mit Tilo Strauß an der Lenterorgel Opus 4 ein lustiges, fröhliches, quicklebendiges Vogelgezwitscher musikalisch ertönen. Die ausgewählten Musikstücke stammten zum Teil von unbekannten Komponisten aus der Barockzeit, die man mit einer höfischen, galanten Stimmung verbindet. Doch auch bekannte Komponisten wie Jacob van Eyck, Marco Uccellini, Jean Philippe Rameau, Louis Claude Daquin, und Johann Caspar Kerll komponierten tirilierende Vogelstimmen in ihre Werke. Antonio Vivaldi hat in seinem Concerto D-Dur "La Pastorella" Vogelstimmen glänzend imitiert. Vergleichbares ist Jean Jaques Hotteterre „Rondeau „Les Tourterelles“ (die Turteltauben) hervorragend gelungen. Mit der „Nightingale Serenade“ Op. 447 und „Lockvögel“ von Wilhelm Popp kam die Virtuosität der Flöten besonders zu Geltung. Darüber hinaus begeisterte das Ensemble mit Werken zeitgenössischer Kompositionen wie Agnes Dorwarth mit „Kolibri“.
Die heitere Königin
Den Auftakt der Konzertreihe 2018 gestaltete Patrick Wippel mit ungewohnten Meldien.
Unter dem Motto "Die heitere Königin" bespielte er die Lenter-Orgel ("Königin der Instrumente") mit humorvollen Werken diverser Kleinmeister. Es waren Melodien zu hören, die auf einer Kirchenorgel eher selten zu hören sind, beispielsweise "Heinzelmännchens Wachtparade" oder "Petersburger Schlittenfahrt".
Die Reihenfolge der Stücke konnte das Publikum per Los selbst bestimmen.
Das begeisterte Publikum bedankte sich für einen wunderbaren Konzertabend, bei dem nicht nur die Königin der Instrumente heiter war.
Vom Himmel hoch, da komm ich her
Am ersten Weihnachtsfeiertag 2017 gestalteten Barbara Ludwig zusammen mit Ihrem Sohn Sebastian Ludwig Di Salvatore, Masterstudent für Fagott an der Musikhochschule Lübeck und mit Ansgar Deuschel, Masterstudent für Harfe an der Musikhochschule Würzburg, ein festliches Weihnachtskonzert. Mit Werken von Pachelbel, Telemann, Bach, Vivaldi, Rust, Spohr, Hoyer und anderen Komponisten füllten sie den in weihnachtliches Licht gehüllten Kirchenraum mit anrührenden Klängen. Das zahlreich erschienene Konzertpublikum zeigte seine Wertschätzung mit lang anhaltendem Beifall.
Konzert für Querflöte und Orgel
Am 26. November 2017 gerstalteten Clemens Jacobs an der Querflöte und der Organist Slobodan Jovanović an der Orgel ein Konzert mit Werken vonJohann Sebastian Bach, Johann Jakob Froberger, Slobodan Jovanovic, Giovanni Battista Sammartini, Wolfgang Amadeus Mozart und anderen Komponisten.
8. Orgelspaziergang durch Heidelsheim
Am 22. Oktober 2017 konnten die Spaziergänger 4 Orgeln in drei Heidelsheimer Kirchen erleben. Markus Zepp und Rudolf Peter gestalteten ein abwechslungsreiches und auf die jeweilige Orgel und den Kirchenraum abgestimmtes Programm. Dabei erklangen in der Evangelischen Stadtkirche Werke von Justin Heinrich Knecht, Camille Saint-Saens,Ludwig van Beethoven sowie Lois James Alfred Léfebure-Wély. Danach führte der Weg zur Martinkapelle in der auf der dortigen Kiene-Orgel Variationen von Johann Sebastian Bachs "Sei gegrüßet Jesu gütig" erklangen. Nach einem kleinen Spaziergang von nicht einmal 200 Metern erreichte das Publikum die katholische Pfarrkirche. Dort erklangenWerke für zwei Orgeln,. Zu hören war die Lenter-Orgel im „Duell“ mit der Klop-Truhenorgel des Orgel-Herbstes.
Laudate Dominum - Barocke Musik zum Lobe Gottes
mit geistlichen Gesängen, Sonaten und Orgelwerken aus der Barockzeit verzauberten Esther Sieber (Sopran), Judith Rademacher (Blockflöte) und Johannes Sieber (Orgel) das Konzertpublikum am 17 September 2017. Ergriffen von den auf höchstem Niveau in unterschiedlichen Besetzungen mit Blöckflöte vorgetragenen Orgelwerken und geistlichen Gesängen spendete das begeisterte Konzertpublikum anhaltenden Beifall.
Sommerkonzert mit Orgel und Horn
am Sonntag, 23.Juli 2017 gestaltete Rolf Hammann und Anja Krüger ein Sommerkonzert für Orgel und Horn. Dabei erklangen Werken von Georg Friedrich Händel, Wolfgang Amadeus Mozart, Louis-Claude Daquin, Christoph Wolfgang Druckenmüller und anderen Komponisten. Eine zusätzliche Bereicherung erfuhr das Sommerkonzert durch die studierte Hornistin und Musikpädagogin Anja Krüger, die es mit ihrem virtuosen Hornspiel verstand, das Konzertpublikum in die anmutigen Klangwelten des Horns zu entführen. Mit Liedern wie „Groß ist der Herr“ von Carl Philipp Emanuel Bach, „Alles Leben strömt nach Dir“ von Johann Heinrich Tobler und „Ich liebe dich, so wie du mich“ von Ludwig van Beethoven, gesungen von Thomas Neu und Andreas Konigorski, wurde das Konzert um eine vokale Facette ergänzt.
Strenge und Gefühl - Protestantische Komponisten im Reformationsjahr
Unter dem Titel “Strenge und Gefühl - Protestantische Komponisten im Reformationsjahr“ gab Andreas Christoph Meier am Sonntag, 25. Juni 2017 um 19 Uhr im Rahmen der Orgelkonzertreihe 2017 des Heidelsheimer Orgelforums in der Kath. Pfarrkirche St. Maria Heidelsheim, Schwabenstraße 18, ein herausragendes Orgelkonzert. Andreas Christoph Meier studierte zunächst Schul- und Kirchenmusik mit den Hauptfächern Orgel, Dirigieren und Gesang an den Hochschulen in Karlsruhe und Freiburg sowie Geschichtswissenschaften an der Universität Freiburg. Er ist als Instrumentalist der Orgel und dem Cembalo verbunden. Hier zählt die Musik des deutschen und französischen Barock zu seinen besonderen Vorlieben. Er konzertiert an bedeutenden historischen Instrumenten, zuletzt an der Dubois-Orgel der Église Saints-Pierre-et-Paul Wissembourg/Elsass und der Stumm-Orgel der Evangelischen Kirche Armsheim. Im Konzert lies er unter anderem von Johann Sebastian Bach die „Toccata mit Adagio und Fuge C-Dur“ BWV 564, von Nicolaus Bruhns, das „Präludium e-moll“ und das „Voluntary for the Double Organ“ von Henry Purcell sowie von Felix Mendelssohn Bartholdy die Sonate Nr.6 d-moll "Vater unser im Himmelreich" auf der Heidelsheimer Lenterorgel erklingen.
Andreas Christoph Meier
Ein "ausgefallenes" Orgelkonzert
da das am 28 Mai geplante Konzert mit Kathrin Düringer und Peter Bromig aus familiären Gründen nicht stattfinden konnte, verwandelte kurzfristig Patrick Wippel das abgesagte Konzert in eine ausgefallenes Musikerlebnis. Mit einer einfühlsamen Kompositionsauswahl machte er den Abend zu einem unvergessenen Musikerlebnis.
Für das kurzfristige Einspringen und das wundervolle Konzert bedankt sich das Heidelsheimer Orgelforum und seine Gäste recht herzlich.
Erschienen ist der herrlich` Tag
Am Ostersonntag 2017 gestaltete Barbara Ludwig, Organistin an der Lutherkirche in Bruchsal und studierte Musikerzieherin an der Musik- und Kunstschule in Philippsburg zusammen mit Sebastian Ludwig Di Salvatore, Bachelor Fagottist an der Hochschule für Musik, Lübeck ein Konzert mit dem Leitmotiv „Erschienen ist ein herrlich` Tag“. Mit Werken von Felix Mendelssohn-Bartholdy, Alexandre Guilmant, Josef, Gabriel Rheinberger, Matthias Nagel und anderen. Komponisten, die die Thematik von Ostern in besonderer Weise musikalisch in Noten gesetzt haben wurde im Konzert die österliche Freude klanglich farbenfroh zum Ausdruck gebracht. Besonders das selten zu hörende Duett mit Fagott und Orgel hatte einen besonderen Reiz. Hier die kraftvollen, majestätischen und zugleich zur Begleitung zurückgenommen Orgelklänge, dort die sensible, filigranweiche sonore Klangfarbe des Fagotts bildeten einen farbenreichen, ja sinnlichen Wohlklang.
Heiter und empfindsam in den Frühling
Am ersten Fastensonntag 2017 eröffenete Michael Müller die Konzertreihe 2017 des Heidelsheimer Orgelforums mit Werken von von Johann Sebastian Bach, Carl, Philipp Emanuel Bach, Johann Gottfried Müthel sowie eigenen Kompositionen. Michael A. Müller absolvierte seine Ausbildung für evangelische Kirchenmusik an der ev. Hochschule für Kirchenmusik in Heidelberg bei Christoph Schoener und Horst Hempel. Neben der praktischen Kirchenmusikertätigkeit und der pädagogischen Arbeit in Leimen bildet das Konzertieren im In- und Ausland einen wesentlichen Bestandteil seines Schaffens. Konzertreisen führten ihn als Solist und Begleiter nach Spanien, Frankreich, Polen und Japan. 2015 wurde er mit dem Titel „Kantor ehrenhalber“ von der badischen Landeskirche geehrt.
Mystische, tiefe Fagotttöne
Heidelsheimer Orgelforum mit Masterstudent Sebastian Ludwig Di Salvatore
Auch beim Heidelsheimer Orgelforum gibt es eine Tradition: Weihnachten in der katholischen Pfarrkirche Sankt Maria wird traditionell von Barbara Ludwig gestaltet. Die in Bruchsal und Umgebung bekannte Organistin trat in diesem Jahr mit ihrem Sohn Sebastian Ludwig Di Salvatore auf. Er ist Masterstudent für Fagott an der Musikhochschule Lübeck und jetzt schon ein Meister auf seinem Instrument. Ruhig und festlich begann das Konzert mit der „Offertoire pour la messe de minuit“ von César Franck und es war prompt zu spüren, wie gut die beiden Instrumente miteinander harmonieren. Auch die folgenden Stücke „Sicilienne“ von Paradis und „Bénediction“ von Sigfrid Karg-Elert regten zum genauen Zuhören an. Gekonnt setzte Barbara Ludwig bei zwei Stücken der „Noël Languedocien“ von Alexandre Guilmant die Register der Orgel ein. Die „Violdigamb“ hauchte die Melodie nur so heraus, während die Trompeten im zweiten Satz einen mächtigen rhythmischen Klang in der Kirche erzeugten. Allerhand Luft benötigte Sebastian Ludwig Di Salvatore bei dem Weihnachtslied „Es ist ein Ros’ entsprungen“ in einer Bearbeitung von Mary Beth Bennett. Mystisch entlockte er seinem Fagott mit sicheren Fingern sehr tiefe Töne, die von der Geburt des Heilandes erzählten. Rhythmisch und mit sicherer Hand und Fußarbeit beeindruckte Barbara Ludwig an der klangschönen Orgel mit zwei Bearbeitungen über „Die Hirten auf dem Felde“ und „Kommet ihr Hirten“, bei dem sich in einer anderen Bearbeitung beide Musiker noch ein klanglich spannendes Duett lieferten. Die „2 piéce“ von Charles Koechlin beendeten mit überraschendem Schluss das Weihnachtskonzert der beiden außergewöhnlichen Musiker, die vom Publikum mit reichlichem Applaus für ihren Auftritt belohnt wurden. So bleibe am Ende nur festzustellen, dass eine solche musikalische Tradition natürlich gerne beibehalten werden darf, hieß es.
BNN 28.12.2016; mawi
Einfühlsames Konzert zum Christkönigsfest und Ewigkeitssonntag 2016
Mit einem Konzert der Extraklasse begeisterte der Organist der ev. Stadtkirche Heidelsheim, Rolf Hammann, und die Hornistin, Anja Krüger, das Konzertpublikum, welches sich zahlreich in der katholischen Kirche St. Maria am Ewigkeitssonntag eingefunden hatte. Mit dem „Andante espressivo“ von Christoph Steinhauer und dem „Präludium in C-Dur“ von Johann Ludwig Krebs bestach Rolf Hammann auf der glänzend registrierten Lenter-Orgel Opus 4 mit hoher Spielkunst und viel Gefühl. Mit seinem von ihm selbst Komponierten Intermezzo, das er auf dem Klavier mit einer atemberaubenden Dynamik spielte, begeisterte er das Konzertpublikum. Danach führte Anja Krüger mit Johann Sebastian Bachs „Air“ aus der „Suite No.3 in D-Dur“ BWV 1068, begleitet von Rolf Hammann auf der Orgel, mit ihrem warmen einfühlsamen Hornspiel das Publikum in eine meditative Klangwelt. Mit schier überschäumenden Barockklängen des „Trumpet Voluntary“ von John Stanley und dem Bouree von Georg Friedrich Händel bestach Anja Krüger mit ihrer virtuosen Technik und großen Spielfreude. Mit Liedern, wie „Sei gegrüßet Jesu gütig“, „Der lieben Sonne Licht und Pracht“ und der „Der Tag ist hin“ von Johann Sebastian Bach, nahmen die beiden Sänger Andreas Konigorski (Bass) und Thomas Neu (Tenor) mit ihren eng verwobenen und fein abgestimmten Stimmen die sensible Stimmung des Ewigkeitssonntag auf. Am Schluss des Konzerts wies Rolf Hammann mit einer Eigenkomposition von „Tochter Zion“ das Konzertpublikum musikalisch auf die kommende Adventszeit hin. Mit nicht enden wollenden stehenden Ovationen bedankte sich das begeisterte Publikum für einen wunderbaren Konzertabend.
Orgelkonzert mit Gellert-Liedern
Am 11.September 2016r setzte das Heidelsheimer Orgelforum seine Konzertreihe 2016 mit einem Konzert für Orgel und Bariton fort. Der bekannte Organist Herbert Menrath spielte auf der Lenter Orgel Opus 4 unter anderem die „Fantasie und Fuge“ in g-moll (BWV 542) von Johann Sebastian Bach , das „Praeludium in d-moll“ von Johann Pachelbel, das „Andante“ in F-Dur (KV 616) von Wolfgang Amadeus Mozart sowie die „Toccata in G-Dur“ von Théodore Dubois. Eine Bereicherung erfuhr das Konzert durch ergreifende Liedvorträge des Baritons Walter Henzel. Er sang Ludwig van Beethovens Vertonung von sechs Texten aus den geistlichen Oden und Liedern Christian Fürchtegott Gellerts, die zu den bekanntesten Liedkompositionen Beethovens gehören.
Benefizkonzert zugunsten des ökumenischen Hospizdienstes am 24. Juli 2016
Der ehemalige Organist der Bruchsaler Lutherkirche, Kirchenmusikdirektor Siegfried Isken, führte die Konzertbesucher musikalisch vom Barock bis in das 20. Jahrhundert.. Dabei waren berühmte Orgelwerke von Johann Sebastian Bach, Dietrich Buxtehude, Felix Mendelssohn Bartholdy, Alexandre Guilmant, Theodore Dubois, Francesco Sartori und anderen bekannten Komponisten zu hören.. Beim Konzertabend war Isken auch mit Liedbeiträgen, die an der Orgel von Gertraute Strobelt begleitet werden, zu hören.. Außerdem sang Tenor Thomas Neu aus dem Oratorium "Elias" op. 70 von Felix Mendelssohn-Bartholdy die anrührende Arie "Sei stille dem Herrn".
Orgelduo Esprit begeistert mit vier Händen und vier Füßen
am Sonntag, 05.Juni 2016 begeisterte das Orgelduo Esprit das Konzertpublikum mit einem selten zu hörendes Orgelkonzert zu vier Händen und zu vier Füßen.. Im Jahre 2007 gründeten Maria Mokhova und Rudolf Müller mit einem Konzert in der Würzburger Klosterkirche Mariannhill das "Orgelduo Esprit". Maria Mokhova wurde in Russland geboren, schloss in Nischnij Nowgorod ein Klavier- und Orgelstudium ab und setzte anschließend in Frankfurt am Main und Heidelberg ihre Ausbildung zur Konzertorganistin fort. Der in Würzburg geborene Rudolf Müllern studierte Kirchenmusik und das Konzertfach Orgel in Frankfurt am Main. Beide geben erfolgreich im In- und Ausland Konzerte und sind mehrfache Preisträger internationaler Orgelwettbewerbe. Beim Konzert erklangen Werke von Johann Sebastian Bach, wie z.B das "Brandenburgische Konzert Nr.3 BWV 1048", bearbeitet von Rudolf Müller, das "Präludium und Fuge" von Johann Georg Albrechtsberger, Werke von Liselotte Kunkel und Samuel Wesley, sowie die "Fantasie in d-moll, op. 87" für Orgel zu vier Händen von Adolph Friedrich Hesse, die "Fantasie in d-moll, op. 87" von Zsolt Gárdonyi und "Be Thou My Vision" von Robert Cundick.
Barockkonzert mit Paolo Springhetti
am Sonntag, 8. Mai 2016 gab der Mailänder Organist Paolo Springhetti auf der Lenter-Orgel Opus 4 ein außergewöhnliches Barockkonzert. Der in Meran geborene Paolo Springhetti ist seit 2004 Organist an der San Basilio Kirche in Mailand und gilt als bedeutender italienischer Interpret barocker Orgelwerke. Mit der Canzona in d-moll, dem Al Post Comunio in F -Dur von Domenico Zipoli und mit Präludien in c-moll und G-Dur von Vincent Lübeck erfreute er die Konzertbesucher mit einem ambitionierten Konzertprogramm. Außerdem überraschte Springetti sein Publikum mit grandiosen Orgelimprovisationen im Stil Dietrichs Buxtehudes, wobei er sich außergewöhnlicher Orgelregistrierungen bediente.
Orgel & Cembalo
Im Rahmen der Konzertreihe 2016 begeisterte Alexandra Katharian Ruhland am 17. April mit einem Programm, bei dem sowohl die Heidelsheimer Orgel als auch das zweimanualige franko-flämischen Cembalo der Künstlerin zu hören war. Mit Werken von Antoine Forqueray, François Couperin und Antoine Forqueray kamen die Klangfacetten des wunderbaren Instruments besonders gut zur Geltung. Auf der Orgel erklangen Orgelwerke von J. S. Bach und G. F. Händel.
Orgelklänge zur Auferstehung
in ihrem Programm zum Osterkonzert 2016 blickte Barbara Ludwig mit dem Werk "Chisti Kreuzweg" von Karl Hoyer zunächst noch einmal zurück auf die Passionszeit, um dann mit dem Töngemälde "Die Auferstehung Jesu" von Justin Heinrich Knecht musikalisch eindrucksvoll von der schauervollen Stille des Grabes bis zum triumphalen Emporsteigen Jesu aus dem Grabe hinzuführen. Mit Variationen zum lateinischen Osterhymnus "O filii et filiae" und dem Osterlied "Christus ist erstanden" sowie einem abschließenden Ostermedley wurde die österliche Freude musikalisch vermittelt.
Barbara Ludwig
Beeindruckendes Konzert zur Fastenzeit
mit Werken von Johann Sebastian Bach, Heinrich Schütz, Felix Mendelssohn Bartholdy und Nikolaus Bruhns gestalteten Esther und Johannes Sieber am 28. Februar 2016 in der Heidelsheimer Pfarrkirche ein ergreifendes Konzert zur Fastenzeit. Esther Sieber interpretierte mit einfühlsamer gefühlvoller Sopranstimme geistliche Gesänge von Heinrich Schütz, Mendelssohn-Bartholdy und J. S. Bach, die eine tiefe Gläubigkeit zum Ausdruck brachten. Mit dem meditativen Choral Preludium "Oh Mensch bewein Dein Sünde groß" ließ Johannes Sieber die zarten Klangfacetten der Heidelsheimer Orgel erklingen. Einen unvergesslichen Abschluss fand das Konzert mit dem Praeludium und Fuge in D-Dur von Johann Sebastian Bach, das Johannes Siebers in überragender Virtuosität auf der Heidelsheimer Lenter Orgel erstrahlen ließ. Ein Konzert das bei den Zuhörern sicher noch lange nachwirkt,