
Sind wir mal ehrlich! Irgendwas fehlt doch immer zum Glück.
Da ist der junge Mann im Matthäus-Evangelium. Er ist so reich, dass es fast schon obszön ist. Er besitzt alles. Ebenso ist er gläubig, befolgt millimetergenau das Gesetz. Alles perfekt. Aber er möchte Gewissheit und fragt Jesus, was ihm denn noch fehlt, um ins Reich Gottes zu kommen. Wir schauen natürlich auf die erste Antwort von Jesus: „Verkaufe deinen ganzen Besitz und schenke den Erlös den Armen.“
War diese Antwort von Jesus eine Handlungsanweisung? Tu dies, sonst kommt du nicht in den Himmel!
Offensichtlich nicht, denn auch die Jünger sind anschließend total bestürzt. Sie haben zwar ihr ganzes altes Leben und ihre Besitztümer (so es welche gab) hinter sich gelassen und folgen ihrem Lehrer auf Schritt und Tritt, aber auch sie haben plötzlich Zweifel.
Bei einer so hohen Messlatte kann es doch niemand schaffen, drüber zu springen.
Jetzt erst antwortet Jesus wirklich:
„Für Menschen ist das unmöglich, für Gott aber ist alles möglich.“ (Mt 19, 26)
Gott selbst hebt uns über diese Messlatte!
Gott nimmt uns in unserer Unvollkommenheit an. Was in uns unvollkommen ist, macht er in Jesus vollkommen.
Und wenn Gott das kann, erklärt Johannes in der Predigt, dann sollten wir uns von seiner Art die Dinge zu betrachten, eine Scheibe abschneiden.
Dann könnte die Nachfolge, von der Jesus gegenüber dem jungen Mann sprach, bedeuten, zunächst einmal das Leben in seiner Unvollkommenheit anzunehmen. Gott hat bereits erkannt: Durch Klagen über die Unvollkommenheit wird nichts vollkommener.
Und wenn dieser Schritt geschafft ist, dann wird die zweite Geschichte des Gottesdienstes relevant: Jeremia besucht einen Töpfer. Er beobachtet, dass der erste Versuch ein Gefäß zu formen fehlschlägt. Doch der Töpfer wirft das Stück nicht weg und klagt über sein handwerkliches Unvermögen. Er nimmt zur Kenntnis, dass der erste Versuch noch nicht perfekt war und formt aus demselben Tonklumpen ein neues, ein besseres Gefäß.
So geht Gott mit Unvollkommenheit um. Er nimmt sie an und arbeitet an einer Verbesserung.
Das sollte auch unser Blickwinkel sein! Das Unvollkommene als Ausgangspunkt betrachten, nicht als Ergebnis. So lange wir leben, haben wir die Möglichkeit, Dinge zu ändern und zu verbessern. Unvollkommen sein ist ein Ausgangspunkt, kein Scheitern!
Und so kann aus „Unvollkommen glücklich“ ein „unvollkommen, aber glücklich“ werden.
Insider wissen natürlich, dass ein Leuchtfeuer-Gottesdienst nicht nur aus Verkündigung und Lobpreis besteht.
Auch das anschließende Beisammensein im Hof des Gemeindezentrums St. Michael ist traditionell Teil dieses Gottesdienstes. Und so versammelten sich viele Besucher – zum Teil auch aus umliegenden Gemeinden – beim anschließenden „Sommerfest“ bei leckeren Flammkuchen und fröhlicher Musik von Mo’-Club, tauschten sich über ihre Erfahrungen der heutigen Botschaft ebenso aus, wie über das Sommerwetter und andere Dinge, die sie bewegten.
Das nächste Leuchtfeuer wird am 11. Oktober entzündet.










