„Wachet und betet!“

16. Liturgische Nacht in Untergrombach

 
Als ich am 2. April nach dem Abbau am Ende der Liturgischen Nacht in der Pfarrkirche Untergrombach nach Hause gehe, habe ich noch keine Idee, was ich dieses Mal schreiben könnte. Das ist ungewöhnlich. Daheim kann ich lange noch nicht schlafen, die Gedanken drehen sich um diesen besonderen Gottesdienst, der von allen Beteiligten wieder mit so viel Liebe und Hingabe gestaltet wurde. Was waren die zentralen Aussagen dieser Liturgischen Nacht? Klar, der Gründonnerstag, die Geschehnisse im Garten Gethsemane! Aber was sagt das uns, den Jüngern Jesu von heute?
 
Jesus hat Angst. Jesus betet. Er, der Sohn Gottes, sucht die Nähe seines Vaters. Er sucht die Nähe! Und er findet sie im Gebet.
 
Wir beten viel an diesem Abend.
 
Wir beten, um anzukommen, um zur Ruhe zu kommen.
 
Wir bitten Gott darum, uns unsere Position, unsere Aufgabe in dieser Welt deutlich zu machen.
 
Wir bitten Gott mit den Worten des Heiligen Franziskus darum, uns zu seinen Werkzeugen, zu seinen Händen und Füßen, aber auch zu seinem liebenden Herzen zu machen.
 
In Liedern und der Stille suchen wir seine Nähe, loben ihn und beten an.
 
Und immer wieder dieser Ruf Jesu: Wachet und betet!
 
Nachdem ich eine Nacht darüber geschlafen habe, ist mir bewusst, worum es in dieser Liturgischen Nacht für mich ging.
 
Es geht um Kommunikation! Durch Kommunikation stellen Menschen Beziehungen her. Wenn wir zu Gott beten, dann geht es nicht darum, ihn um etwas zu bitten, ihn für etwas zu loben oder ihn anzuklagen. Es geht nur darum, mit ihm zu reden. So wie Jesus es tat. In dieser schicksalhaften Nacht, aber auch zu so vielen anderen Gelegenheiten davor. Jesus suchte diese Gespräche mit dem Vater. Kommunikation ist Beziehung.
 
Wenn Menschen aufhören, miteinander zu reden, dann endet irgendwann ihre Beziehung zueinander. Wenn wir aufhören mit Gott zu reden, dann endet unsere Beziehung zu Gott. „Betet ohne Unterlass!“, fordert uns Paulus auf. „Wacht und betet!“, fleht uns Jesus an.
 
Nicht, weil wir für ihn beten sollen oder für uns. Wir sollen die Beziehung zu unserem Vater aufrechterhalten, nicht einschlafen lassen.
 
Im Garten Gethsemane sind die Jünger immer wieder eingeschlafen. Schlafen wir vielleicht auch in Seinen Augen?
 
Wenn man sich den Zustand der Welt ansieht, könnte man das vermuten.
 
Wacht und betet!
 
Oder vielleicht eher?
Wacht auf – und betet!
 
Wer bei der Liturgischen Nacht nicht dabei sein konnte, die gibt es ab sofort auch als Podcast. >>
 
 
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(Georg)